Genetischer Risikofaktor für Arterienverkalkung entschlüsselt

18. September 2004, 10:30
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Studienergebnis: 15 Prozent der Bevölkerung haben durch Gen-Disposition ein erhöhtes Risiko

Göttingen - Ein internationales Forscherteam unter Leitung von Herzspezialisten der Universität Göttingen hat einen genetischen Risikofaktor für Arterienverkalkung (Arteriosklerose) entschlüsselt. Ihrer Studie an 1.000 Probanden zufolge haben durch diese Genveränderung 15 Prozent der Bevölkerung ein erhöhtes Risiko, teilte die Hochschule am Freitag mit. Ein Medikament, das die Veränderung "reparieren" könne, werde getestet. Klassische Risikofaktoren für Arteriosklerose sind Bluthochdruck, Rauchen und Diabetes.

Die Göttinger Wissenschafter haben herausgefunden, dass bei Patienten mit Leiden an den Herzkranzgefäßen, einer Vorstufe zum Herzinfarkt, gehäuft eine Veränderung eines speziellen Gens auftritt. Diese Genvariante scheint die Arterienverkalkung zu begünstigen. Bei gesunden Menschen wirkt vor allem die ständige durch den Blutstrom stimulierte Bildung von Stickstoffmonoxid in den so genannten Endothelzellen Arteriosklerose-Schäden an den Gefäßwänden entgegen.

Die Störung

Bei Menschen mit der betreffenden Genveränderung ist die Bildung des Stickstoffmonoxides dagegen gestört. Kommen noch einer oder gar mehrere "klassischen Risikofaktoren" hinzu, haben die Betroffenen nach Angaben der Universität ein insgesamt erhöhtes Arterioskleroserisiko.

Durch den Einsatz so genannter Decoy-Oligonukleotide könne die Genveränderung "repariert" werden, teilte die Hochschule mit. Derzeit werde der Stoff in einer klinischen Studie geprüft. Es sei allerdings noch zu früh, um über die Marktchancen des Medikamentes zu spekulieren. Patienten mit genetisch bedingten Arterioskleroserisiko sollten aber in jedem Fall andere Risikofaktoren meiden. (APA/dpa)

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