Krenn-Kritiker: "Euphorie kam mir schon verdächtig vor"

29. September 2004, 22:00
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Pater Fischer sieht "Chaos": Priester und Laien könnten sich zusammentun und nicht länger zuschauen

Paudorf - "Diese Euphorie, die vor ein paar Tagen entstanden ist, kam mir immer schon verdächtig vor." Dass St. Pöltens Bischof Kurt Krenn kein Rücktrittsgesuch an den Papst gestellt haben soll, überrascht Pater Udo Fischer nicht wirklich. Er sieht in der Kirche derzeit nur "Chaos und fehlendes Krisenmanagement". Fischer im STANDARD-Gespräch: "Es wartet ja alles eigentlich ständig auf eine Nachricht aus Rom, dass es zu einem Wechsel kommt."

Viele Katholiken in "Wartestellung"

Der Paudorfer Pfarrer ist seit Jahren einer der schärfsten Krenn-Kritiker in der St. Pöltner Diözese. Bleibt Krenn im Amt, werde "weiter gewurschtelt, nur mit noch negativeren Vorzeichen", glaubt er. Noch seien viele Katholiken in "Wartestellung". Ändert sich nichts, müsse man mit "sehr schlimmen Reaktionen" rechnen. "Ich erwarte mir in diesem Fall nicht nur eine Austrittswelle, sondern auch, dass sich Priester und Laien zusammentun und nicht länger zuschauen", sagt Fischer. Denn auch die Geistlichen "ärgern sich wie das Kirchenvolk": "Bei mir haben sich Kollegen gemeldet, die auf der Straße angepöbelt wurden."

Fischer hofft nun auf das Ergebnis der Apostolischen Visitation in der Diözese. Solange müsse man auch geduldig zuwarten - aber: "Bis zum Sankt Nimmerleinstag darf man das nicht verschleppen." (pm, DER STANDARD Printausgabe 18.9.2004)

  • Bischof Kurt Krenn hat kein Rücktrittsgesuch gestellt -  für viele Geistliche keine Überraschung
    foto: guenter r. artinger

    Bischof Kurt Krenn hat kein Rücktrittsgesuch gestellt - für viele Geistliche keine Überraschung

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    Der Paudorfer Pfarrer Pater Fischer ist seit Jahren einer der schärfsten Krenn-Kritiker in der St. Pöltner Diözese

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