Bayern: Hitzfeld stinkt Magath-Kritik

24. September 2004, 12:55
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Defensive Spielweise unter seiner Regie zurückgewiesen - "Ich kann nicht für alles den Kopf hinhalten"

München - Der langjährige Trainer des FC Bayern München, Ottmar Hitzfeld, hat jede Verantwortung für das mäßige Auftreten des Fußball-Rekordmeisters unter seinem Nachfolger Felix Magath zurückgewiesen. "Ich kann nicht für alles den Kopf hinhalten", sagte er der Münchner "Abendzeitung". "Meine Erfolge sprechen ja für sich", sagte Hitzfeld und riet seinem Ex-Verein: "Der FC Bayern muss schnellstmöglich ein neues Kapitel aufschlagen."

"Die meisten Tore erzielt"

"Besonders getroffen" habe ihn der Vorwurf, unter seiner Regie sei stets defensiv gespielt worden. "Das kann ich widerlegen, die Fakten sprechen dagegen", sagte Hitzfeld. "Auch wenn die Mannschaft nicht gezaubert hat, so hat der FC Bayern in den letzten Jahren doch die meisten Tore erzielt."

Nachfolger Magath hatte zuletzt nach dem dürftigen 1:0-Erfolg der Bayern in der Champions League bei Maccabi Tel Aviv die defensive Grundausrichtung seines Teams mit der Praxis unter Hitzfeld erklärt. "Wenn man erst nur passiv gespielt hat, kann man jetzt nicht gleich aktiv spielen." Bereits vor einem Monat hatte der neue Bayern-Trainer die in seiner Mannschaft vorherrschende Passivität kritisiert: "Abwarten, irgendwann schießen wir schon das Tor", sei jahrelang die Maxime gewesen. Magath hatte seine Aussagen aber nicht als Kritik an seinem Vorgänger verstanden wissen wollen: "Wie komme ich denn dazu, Ottmar Hitzfeld zu kritisieren? Er hat super Arbeit geleistet und war sehr erfolgreich."

Unangemessene Aussagen

"Einige Aussagen haben mich irritiert", gestand Hitzfeld. "Ich halte sie für unangemessen." Er könne nicht dafür verantwortlich gemacht werden, dass sich in den Köpfen der Bayern-Spieler eine defensive Spielweise verinnerlicht habe. "Wir haben sehr effektiv gespielt, das zeigen unsere Erfolge im Europapokal, der Meisterschaft, im DFB-Pokal." (APA/dpa)

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    Gentleman Hitzfeld schlägt zurück.

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