Hinter dem Arlberg

26. September 2004, 18:26
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Die FPÖ wird verlieren, die Frage ist nur wie viel - Die ÖVP hat ein Erfolgsrezept: Kein Auftritt von Schüssel - von Michael Völker

Ein bundespolitisches Erdbeben wird die Vorarlberger Landtagswahl am Sonntag nicht auslösen. Erstens: zu weit weg von Wien. Zweitens: So groß werden die Verschiebungen nicht sein - zumindest in Relation zu den sonstigen Wahlniederlagen der FPÖ seit ihrem Regierungseintritt im Jahr 2000. Daran hat man sich bereits gewöhnt: Die FPÖ wird wieder absacken, auch in Vorarlberg. Nach Kärnten, das in einer anderen Welt zu liegen scheint, ist Vorarlberg derzeit das stärkste Bundesland der Freiheitlichen. 27,4 Prozent sind aber ein Wert, der diesmal nicht zu halten sein wird. Die Frage ist nur: Wie viel verliert die FPÖ diesmal? Parteichefin Ursula Haubner hofft, dass der freie Fall ihrer Partei diesmal gestoppt werden kann.

Chancen stehen nicht schlecht

Die Chancen stehen nicht schlecht: Wien und die Bundespolitik sind fern, die Freiheitlichen im Ländle sind ganz anders aufgestellt als in Restösterreich - seit vielen Jahren in der Regierung, keine Streitereien, konstruktive Mitarbeit, und schließlich hat die Amtsübergabe von Hubert Gorbach an seinen Nachfolger als Statthalter, Dieter Egger, reibungslos funktioniert. Für die FPÖ geht es jetzt darum, den zweiten Platz zu halten, und das wäre selbst mit einem verkraftbaren Minus von zehn Prozentpunkten möglich. Das Rennen mit der SPÖ, der 15 bis 16 Prozent prognostiziert werden, wird jedenfalls knapp. Aufwärtsschwung der ÖVP

Wie weit Vorarlberg von Wien entfernt ist, zeigt auch der Aufwärtsschwung, den die regierende ÖVP zu nehmen scheint: Sie marschiert auf die Absolute zu. Das Erfolgsrezept, mit dem Landeshauptmann Herbert Sausgruber seinen Wahlerfolg einfahren will, ist denkbar simpel: keine Unterstützung aus Wien, nur ja nicht an der Bundespolitik anstreifen. Und bitte kein Auftritt von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel. Das hilft. (DER STANDARD, Printausgabe 18./19.9.2004)

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    Das Erfolgsrezept, mit dem Landeshauptmann Herbert Sausgruber (links) seinen Wahlerfolg einfahren will, ist denkbar simpel: Bitte kein Auftritt von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel. Das hilft.

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