Sonntag ist Tag des offenen Denkmals

19. September 2004, 19:29
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"Alte Bauten - Neue Nutzung": Baudenkmäler in ganz Österreich gratis oder zu reduzierten Preisen besichtigbar

Wien - Unter dem Motto "Alte Bauten - Neue Nutzung" wird in ganz Österreich am Sonntag (19.9.) der Europäische Tag des Denkmalschutzes begangen, an dem Baudenkmäler und andere Kulturgüter bei freiem oder reduziertem Eintritt zu besichtigen sind. Anhand einer breiten Vielfalt unterschiedlicher Objekte soll gezeigt werden, wie das Fortbestehen von Denkmälern durch das Finden einer neuen Nutzung gewährleistet werden kann, teilt das Bundesdenkmalamt (BDA) in einer Aussendung mit.

So kann man in Wien einen Blick in das Justizministerium werfen, das im von Fischer von Erlach entworfenen Palais Trautson untergebracht ist. Das Burgenland präsentiert die stillgelegte Mühlenanlage in Oslip, die 1976 von zwei Künstlern als kulturelles "Aktionszentrum Cselleymühle" wieder belebt wurde. Kärnten stellt in Spittal an der Drau das wegen seiner letzten Widmung auch "Lieserkaserne" genannte "Spittl" vor: Das Mitte des 16. Jahrhunderts nach Plänen von Gabriel von Salamanca als Hospital errichtete Gebäude beherbergt heute eine Fachhochschule.

Niederösterreich, Steiermark und Salzburg

In Niederösterreich öffnet das BDA die Pforten seiner Restaurierwerkstätten, die in der 1314 gestifteten ehemaligen Kartause Mauerbach untergebracht sind. Als weitere Beispiele neuer Nutzung können Schloss Atzenbrugg im Tullnerfeld mit seinem Museum "Franz Schubert und sein Freundeskreis" besucht werden, der als kulturelles Zentrum genutzte barocke Schüttkasten in Klement sowie der Dürnhof des Zisterzienserstiftes Zwettl, nach Kriegsende ein Lager für Kriegs- und Zivilgefangene der Roten Armee und heute Sitz eines Museums für Medizin-Meteorologie.

Salzburg lädt ins Keltenmuseum, das 1970 im größten Profanbau Halleins, der so genannten Pfleg, einem 1654 gebauten ehemaligen Salinenverwaltungsgebäude, eingerichtet wurde. Die Steiermark öffnet in Graz den ehemaligen Wasserturm auf dem Areal des Alten Schlachthofes, der seit 2000 als Medienturm zur Verfügung steht. Neben der Architektur gibt es auch Medieninstallationen zu sehen.

Im Westen

In Vorarlberg kann man das Feuerwehrhaus in Weiler besichtigen - ein ehemaliges Wohnhaus, das wegen seines fast unveränderten Erhaltungszustands eines typischen Rheintalhauses aus dem 18. bzw. 19. Jahrhundert, aber auch wegen seiner historischen Bedeutung als Wohnsitz des letzten Landammanns Johann Ludescher unter Denkmalschutz gestellt wurde. In einem schlichten Anbau an der Stelle des nicht mehr erhaltenen Wirtschaftsteiles ist heute die neue Feuerwehrgarage untergebracht.

Die Tiroler bieten einen Einblick in historische Gebäude, die als Gemeindeämter genutzt werden: den ursprünglich spätgotischen ehemaligen Gasthof Krone in Hopfgarten, das im Kern auf das 15. Jahrhundert zurückgehende Schallerhaus in Mils bei Hall, dessen gewölbter Kornkasten aus dem 16. Jahrhundert im Keller künftig als Ausstellungsraum dienen soll, sowie das ebenfalls aus dem 16. Jahrhundert stammende Schusterhaus in Pill.

Oberösterreich international

Einen Sonderweg geht man in Oberösterreich, wo neben aktuellen Restaurierungen unter dem Motto "Das kulturelle Erbe der Anderen" Kulturpartnerschaften und grenzüberschreitende Aktivitäten mit Bayern und der Tschechischen Republik präsentiert werden. Zur Besichtigung geöffnet werden das im Baukern mittelalterliche und später mit renaissancezeitlichen und barocken Eingriffen umgestaltete Schloss Traun, das heute als Kulturzentrum fungiert, sowie Schloss Aurolzmünster, das bedeutendste Barockschloss Oberösterreichs, das nunmehr als Gemeindeamt und Musikprobenlokal fungiert.

Der jedes Jahr im September begangene Europäische Tag des Denkmalschutzes (ETD) wurde 1991 als gemeinsame Initiative von Europarat und Europäischer Union eingeführt. Seither stieg die Zahl der teilnehmenden Länder von elf auf 48. Unter der Überschrift "Europa, ein gemeinsames Erbe" wählt jedes Land ein eigenes Thema aus, nach dem die verschiedenen Aktivitäten an den Kulturstätten ausgerichtet werden. In Österreich nutzten im Vorjahr rund 11.000 BesucherInnen die Gelegenheit sich näher mit dem kulturellen Erbe zu befassen. (APA)

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