Springer kann ProSiebenSat.1-Beteiligung aufstocken

24. September 2004, 13:53
posten

Vergleich mit Kirch-Unternehmen geschlossen

Mehr als zwei Jahre nach dem Zusammenbruch des Kirch-Imperiums kann der Springer-Verlag seine Beteiligung an Deutschlands größtem TV-Konzern ProSiebenSat.1 ohne finanzielle Gegenleistung aufstocken. Im Rahmen eines Vergleichs mit der insolventen Taurus TV wurden dem Verlag 1,8 Prozent der Anteile an der ProSiebenSat.1 Media AG zugesprochen. Damit besitzt Springer künftig 12 Prozent. Zusätzlich erhalte der Verlag 60,3 Millionen Euro ausbezahlt, teilten Springer und Taurus TV am Freitag mit. Im Gegenzug verzichtet Springer auf umstrittene Optionsforderungen, die mit der zusammengebrochenen KirchGruppe vereinbart worden waren.

Ausgleichszahlung

Die Gläubigerversammlung der Taurus TV hatte dem Insolvenzplan bereits im August zugestimmt. Nun stellte auch das zuständige Münchner Amtsgericht die Rechtskraft fest. Im Rahmen des Vergleichs einigte sich Insolvenzverwalter Michael Jaffé auch mit dem Filmstudio Universal über offene Forderungen. Universal erhalte eine Ausgleichszahlung, deren Höhe nicht genannt werde, hieß es in der Mitteilung der Taurus TV. Um den Vergleich finanzieren zu können, verkauft die frühere Kirch-Tochter den Großteil ihrer ProSiebenSat.1- Beteiligung (12,9 Prozent) an die Investorengruppe um Haim Saban, die bereits die Mehrheit an der Senderkette hält.

Der Springer-Verlag kann auch noch auf weitere Zahlungen hoffen. Denn der Insolvenzverwalter erkennt zusätzlich eine Forderung von 325 Millionen Euro an. Diese geht in die Insolvenztabelle ein und könnte zumindest teilweise erstattet werden. Jaffé rechnet damit, dass die Übertragung der Beteiligungen schon in der kommenden Woche abgewickelt werden kann. Am Ende könne das Insolvenzverfahren beendet werden. Die Taurus TV soll aber als Zwischenholding für die ebenfalls insolvente KirchMedia weiter bestehen. (APA)

Share if you care.