Suche nach Wirkstoffen gegen Nervenerkrankungen verbessert

19. September 2004, 11:00
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Neue Laser-Mikroskop-Technologie macht es laut Göttinger Forscher möglich

Göttingen - Mit einer neuen Laser-Mikroskop-Technologie sollen Wirkstoffe gegen Nervenerkrankungen wie etwa Parkinson oder die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) effizienter getestet werden. Mit dem Verfahren wollen Göttinger Forscher Gewebeproben exakt und unter möglichst lebensnahen Bedingungen analysieren.

In dem Projekt werden mehrere moderne Technologien zu einem Gesamtsystem verknüpft. Ziel ist es, im Labor direkt zu beobachten, wie im Nervengewebe Signale übertragen werden und wie Wirkstoffe diese Signalwege beeinflussen. "Entscheidend dafür ist eine am Physiologischen Institut in Göttingen entwickelte Methode, Gewebeschnitte so anzufertigen, dass darin enthaltene Nervenzell-Netzwerke funktionsfähig bleiben", erklärt Professor Bernhard Keller.

Weitere Bestandteile des Systems sind hochauflösende Techniken der Lasermikroskopie und Methoden zur Fluoreszenzmarkierung von Molekülen. Damit lassen sich markierte Moleküle in Zellen einschleusen und beobachten. Die Kombination der verschiedenen Verfahren soll es ermöglichen, in größerer Geschwindigkeit und höherer Auflösung molekulare Signalwege in Nervenzellen zu analysieren. "Um diese Innovationen möglichst bald für die Medikamentenentwicklung nutzbar zu machen, kooperieren wir bereits intensiv mit interessierten Biotech-Unternehmen", sagt Keller. (APA)

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