Rapid braucht wieder mal ein Wunder

28. September 2004, 10:47
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Hickersberger nach 0:2 in Lissabon: "Haben ein Spiel verloren, welches nicht zu verlieren war" - Hoffnung auf neuerliche Aufholjagd im Rückspiel

Lissabon - Katerstimmung in Lissabon - aber die leichte Hoffnung auf ein erneutes Wunder. Bei Österreichs Fußball-Rekordmeister Rapid war am "Tag danach" immer noch der Ärger über die unnötige 0:2-Niederlage im Hinspiel der ersten UEFA-Cup-Runde gegen Sporting spürbar, doch im Hinterkopf lebte bei allen Beteiligten der Glaube an eine neuerliche Aufholjagd im Rückspiel am 30. September im Hanappi-Stadion. In der Saison 1995/96 reisten die Hütteldorfer ebenfalls mit einem Zweitore-Rückstand aus der portugiesischen Hauptstadt ab, dann folgte das legendäre 4:0 nach Verlängerung und ein Durchmarsch bis ins Europacup-Finale der Cupsieger.

"Wir haben ein Spiel verloren, welches nicht zu verlieren war", analysierte Josef Hickersberger die 90 Minuten im Estadio Jose Alvalade. Seine Mannschaft hatte mehrere Chancen auf das angestrebte Auswärtstor, geriet nach dem Wechsel aber 0:1 in Rückstand und im Finish fing sich Rapid trotz numerischer Überlegenheit aus einem Konter sogar noch das 0:2 ein. "Wir hatten für ein Auswärtsspiel Chancen in Hülle und Fülle. Da musst du mindestens ein Tor machen. Aber wir haben darüber hinaus leider sogar eine mögliche Vorentscheidung in der Aufstiegsfrage hier vergeben."

"Hicke" fühlte sich an eine Partie als Austria-Trainer erinnert: "Das war auch unter meiner Würde. Wir haben damals in Barcelona gegen Stars wie Romario, Laudrup, Koeman und Co zwar 0:3 verloren, doch dabei unglaubliche Möglichkeiten vergeben." Noch hat der Betreuer-Routinier die Flinte aber nicht ins Korn geworfen: "Im Hanappi-Stadion ist mit einem ausverkauften Haus im Rücken einiges möglich. Jetzt müssen Kincl und Lawaree rund um die Uhr behandelt werden und versucht werden, dass zumindest Kincl wieder fit wird."

Gerade der tschechische Torjäger fehlte Rapid in der UEFA-Cup-Finalarena vor knapp 20.000 Zuschauern an allen Ecken und Enden. Dosek, Ivanschitz und Korsos vergaben hochkarätige Möglichkeiten und Hickersberger vermisste dabei die Strafraum-Qualitäten des verletzten Top-Scorers: "Zwei, drei von diesen Chancen hätte er reingehaut. Aber Nachtrauern hilft nichts, jetzt heißt es nach vorne schauen." Nach vorne blickte auch Kapitän Steffen Hofmann: "Schade, denn es war wirklich etwas drin. Aber wir werden versuchen, daheim ein schnelles Tor zu machen, und dann ist alles möglich. Schau' ma mal, was in Wien passiert."

Sporting-Coach Jose Peseiro blieb trotz des 2:0-Polsters für die Retour-Partie vorsichtig und erinnerte an Rapids 3:0-Sieg in Kasan nach der 0:2-Heimspielniederlage und die beiden schlechten 2:0-Erinnerungen von Sporting gegen Salzburg und Rapid: "Niemand darf glauben, dass schon alles gelaufen ist. Wir haben gegen einen Gegner von guter Qualität gewonnen und ein sehr gutes Ergebnis erreicht. Doch Rapid ist Spezialist für Aufholjagden und hoffentlich hat Sporting aus der Geschichte gelernt." (APA)

  • Hofmann konnte Rapid diesmal nicht retten.

    Hofmann konnte Rapid diesmal nicht retten.

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