SPÖ ortet "übelsten Postenschacher"

23. September 2004, 12:42
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Kräuter: Bewerbungen "namhafter Persönlichkeiten" von Personalberatungsbüro nicht beantwortet

Wien - Die SPÖ vermutet in den Vorgängen rund um die Bestellung eines neuen ÖBB-Holding-Vorstandes und die kolportierte Ablöse von ÖBBChef Rüdiger vorm Walde "übelsten Postenschacher", in dessen Mittelpunkt die FPÖ sowie Vizekanzler und Verkehrsminister Hubert Gorbach (F) stehe. "Nach der Absetzung von Generaldirektor Vorm Walde ist es Minister Gorbachs dringendstes Anliegen, dort den FPÖ-Mann (Asfinag-Chef Walter, Anm.) Hecke zu installieren", so SP-Rechnungshofsprecher Günther Kräuter am Freitag in einer Pressemitteilung.

Kräuter liegen nach eigenen Angaben Bewerbungen "namhafter Persönlichkeiten" vor, die an die zuständige Personalberatung gesendet und nicht beantwortet wurden. "Die parteipolitische Entscheidung ist längst für Hecke gefallen - das beauftragte Personalberatungsbüro Egon Zehnder International pflegt ausgesprochen gute Kontakte zur FPÖ, unter anderem ist die Gattin des österreichischen Geschäftsführers die Büroleiterin des Dritten Nationalratspräsidenten Thomas Prinzhorn", betonte Kräuter.

Parlamentarische Anfrage

Er kündigte eine parlamentarische Anfrage zu diesem Personal-Ausschreibungsverfahren an. Gleichzeitig forderte Kräuter die FPÖ-Obfrau Ursula Haubner auf, die Personalberatungskosten von Zehnder International aus der Parteikasse zu bezahlen, "denn dem Steuerzahler sei weder diese Schmierenkomödie rund um die Besetzung einer der wichtigsten Positionen im Staat und schon gar nicht deren Finanzierung zuzumuten", so der SP-Rechnungshofsprecher.

Die Tageszeitung "Kurier" berichtet in ihrer heutigen Ausgabe, dass Vorm Walde schrittweise abgelöst werden könnte. Formal soll er demnach bis zum Ablaufen seines Vertrags im Sommer 2006 im Chefsessel der Holding bleiben, sich aber auf seinen zweiten Job als Vorstand der Personenverkehrs-Holding konzentrieren. Die Führung der Holding solle eher vorm Waldes beiden Vorstandskollegen überlassen werden. Faktisch abtreten werde Vorm Walde dann Anfang 2006 und im letzten halben Jahr seine Urlaubsansprüche konsumieren, so der "Kurier". (APA)

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