Austria müht sich zu 1:0-Sieg gegen Legia

28. September 2004, 10:47
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Die Wiener gewannen das Heimspiel gegen Warschau etwas glücklich - Siegestreffer durch Kiesenebner-Weitschuss in den Schlussminuten

Wien - Die Siegesserie der Wiener Austria fand auch am Donnerstag im UEFA-Cup eine Fortsetzung. Der ÖFB-Vizemeister gewann das Erstrunden-Hinspiel gegen Legia Warschau nach hartem Kampf 1:0 (0:0) und feierte damit den fünften Zu-Null-Sieg in Folge. Für das Siegestor sorgte vor knapp 19.000 Zuschauern in der 83. Minute Kiesenebner mit einem Weitschuss aus 25 Metern. Das Rückspiel findet am 30. September in der polnischen Hauptstadt statt.

Harte Arbeit

Das Hinspiel gegen die vor der Pause überlegenen Gäste war ein hartes Stück Arbeit, nach 90 Minuten stand jedoch der fünfte Sieg en suite zu Buche. Zuvor hatte die Kronsteiner-Truppe gegen Bregenz (9:0), Mariupol (3:0), Salzburg (2:0) und GAK (1:0) gewonnen.

Unsportliche Szenen

Gerüchte um einen geplanten Platzsturm einer Legia-Hooligan-Gruppe hatte im Vorfeld der Partie für gehörig Zündstoff gesorgt. Die mitgereisten Fans wurden im dritten Rang untergebracht und von einer mit Helmen und Schutzschildern ausgestatteten Spezialeinheit der Wiener Polizei umzingelt. Eine zerstörte TV-Kamera im Polen-Sektor, zerschnittene Autoreifen und ausgeräumte Autos rund ums Prater-Oval sowie sechs verletzte Ordnungshüter sorgten dennoch für einen schalen Beigeschmack.

Sportlich hatten sich die Gäste vor dem Hinspiel außerordentlich selbstbewusst geäußert, die Austria sprach hingegen zurückhaltend von einer 50:50-Chance. Zu Recht, wie sich bereits in den Anfangsminuten deutlich zeigte. Legia legte mit breiter Brust los und drängte überfallartig aufs frühe Auswärtstor.

Polen sehr ambitioniert

Bei einem Drehschuss von Saganowski rettete Didulica zur Ecke, nach dem Corner verfehlte ein Kopfball des freistehenden Poledica das Tor (jeweils 8.). Riesenglück hatten die Veilchen nach einer Viertelstunde: Didulica lenkte einen Surma-Schuss an die rechte Stange, den Abpraller aus kürzester Distanz setzte dann Wlodarczyk an den linken Pfosten (15.).

Legia hatte das Geschehen nicht zuletzt dank großer Laufleistung sicher im Griff, das Fünfer-Mittelfeld sorgte für ein deutliches Übergewicht, vor allem Surma geigte im Mittelfeld auf. Die erste große Austria-Chance war logischerweise ein Zufallsprodukt, nach einer Unsicherheit in der Legia-Defensive tauchte Vastic alleine vor dem Tor auf, scheiterte jedoch an Goalie Boruc (26.).

Mit dem 0:0 gut bedient ging die viel zu zurückhaltende Austria in die Pause. Nach Wiederbeginn zeigten sich die Hausherren endlich energischer und bissiger. Rushfeldt prüfte Boruc (57.), Sionko traf nach Dheedene-Hereingabe das Außennetz und ein abgefälschter Freistoß von Vachousek aus großer Entfernung klatschte an die Latte (64.).

Kiesenebner aus dem Nichts

Fast schien sich die starke Austria-Phase schon als Strohfeuer zu erweisen, da schlugen die Violetten im Finish entscheidend zu. Nach weitem Einwurf von Dheedene konnte Legia nur kurz klären, Kiesenebner, der im Rückspiel gesperrt ist, fasste sich aus knapp 25 Metern ein Herz und schoss per Aufsetzer zum erlösenden 1:0 ein (83.). Der eingewechselte Dosunmu hatte in der Nachspielzeit das 2:0 auf dem Fuß, der pfeilschnelle Nigerianer schloss aber einen Alleingang mit einem Schuss hauchdünn am kurzen Eck vorbei ab (92.).

Im Vorfeld der Partie wurde das Ur-Veilchen Herbert Prohaska von seinem Ex-Klub ausgezeichnet. "Schneckerl" erhielt anlässlich seiner Wahl zum rot-weiß-roten Jahrhundert-Fußballer eine Urkunde sowie ein Original-Austria-Trikot mit seiner Nummer 8. (APA)

  • Austria Wien - Legia Warschau 1:0 (0:0)
    Wien, Happel, Stadion, 18.756, SR Witalij Goduljan/Ukraine.

    Tor: 1:0 (83.) Kiesenebner

    Austria: Didulica - Dospel, Afolabi, Papac, Dheedene - Sionko (78. Janocko), Kiesenebner, Blanchard, Vachousek (90. M. Wagner) - Rushfeldt, Vastic (67. Dosunmu)

    Legia: Boruc - Szala, Jozwiak, Poledica - Tomasz Sokolowski I (82. Tomasz Sokolowski II), Dudek (89. Karwan), Jarzebowski, Surma, Kielbowicz - Wlodarczyk, Saganowski

    Gelbe Karten: Afolabi, Blanchard, Kiesenebner (fürs Rückspiel gesperrt) bzw. Poledica, Dudek, Jarzebowski

    Rückspiel: 30. September (20:45 Uhr) im Warschauer Wojska Polskiego-Stadion

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      Tosin Dosunmu (li) und Vladimir Janocko (re) gratulieren ihrem Teamkollegen und Torschützen Markus Kiesenebner.

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