Faire Flowerpower in Graz

22. September 2004, 09:27
1 Posting

Florist führt menschen- und umweltschonend produzierte Blumen

Graz - Männern wird nachgesagt, dass sie meist dann Blumen schenken, wenn sie ein schlechtes Gewissen haben. Wer wenigstens bezüglich der Produktionsbedingungen des Grünzeugs ein reines Gewissen haben will, sollte darauf achten, woher die Schnittblumen stammen. Denn in Entwicklungsländern entstanden in den vergangenen Jahrzehnten neben der Textil- und Schuhindustrie vor allem in der Blumenproduktion viele Arbeitsplätze, an denen Frauen für wenig Geld und mit noch weniger Rechten ausgebeutet werden.

Harald Purkathofer und Christian Hofmann bieten in ihrem vor zwei Jahren eröffneten Blumenladen "Flowerpower" in der Grazer Schönaugasse diesbezüglich Alternativen an. Seit knapp einem Jahr führt das Geschäft das "Fair Flower Label", weil man dort Blumen aus "menschen- und umweltschonender Produktion" erstehen kann.

Keine Kinderarbeit

Gegründet wurde das Flower-Label-Programm (FLP) 1998 unter anderem von der Menschenrechtsorganisation Fian (Food First Informations-und Aktionsnetzwerk). Es umfasst soziale und ökologische Standards, die regelmäßig kontrolliert werden: existenzsichernde Löhne, Arbeitszeitregelungen, das Verbot von Kinderarbeit, Pestiziden und Chemikalien.

Die Umstellung auf ausschließlich "faire Blumen" war nicht schwer, erzählt Purkarthofer: "Man glaubt nicht, wie viele Großhändler die Blumen anbieten. Für uns hat sich die Umstellung positiv ausgewirkt. Viele kaufen jetzt wegen des Labels bei uns."

Schädlinge werden mit Nützlingen bekämpft

Die heimischen Blumen, die angeboten werden, stammen aus integriertem Anbau, wo man Schädlinge mit Nützlingen bekämpft. So stehen Rosen mit riesigen Köpfen aus Ecuador, rot flammende Heliconia aus Brasilien und rosafarbene, samtige Protea aus Südafrika neben steirischen Rosen und Gerbera.

Als herkömmlicher Blumenladen war das Geschäft ohnehin nie konzipiert. Neben Blumen und Topfpflanzen wird auch Kunst verkauft: An den Wänden rund um das Blütenmeer werden für jeweils zwei Monate die Bilder von Künstlern präsentiert. (Colette M. Schmidt, DER STANDARD Printausgabe 17.9.2004)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Die heimischen Blumen, die im fairen Blumengeschäft angeboten werden, stammen aus integriertem Anbau, wo man Schädlinge mit Nützlingen bekämpft

Share if you care.