Sorgerechtsstreit in Tirol: Visum für türkischen Vater der Sechsjährigen verlängert

18. September 2004, 13:30
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Psychologisches Gutachten entscheidet, ob es dem Mädchen zumutbar ist, gegen den Willen ihrer Mutter ihrem Vater übergeben zu werden

Lienz - In spätestens zwei Wochen soll ein psychologisches Gutachten vorliegen, das entscheidet, ob es der sechsjährigen Yasemin zumutbar ist, gegen den Willen ihrer Mutter ihrem türkischen Vater übergeben zu werden. Bis dahin wurde das Visum für den seit Mittwoch in Tirol auf seine Tochter wartenden Vater verlängert, erklärt dessen Anwältin Verena Rastner.

Mutter flüchtete mit Tochter

Franziska K. war vor zwei Jahren aus dem gemeinsamen Haushalt in Istanbul geflüchtet und hatte dabei die Tochter mitgenommen. Österreichische Gerichte haben aufgrund internationaler Abkommen über Kindesentführung entschieden, dass Yasemin bei ihrem Vater leben soll. Das Bezirksgericht Lienz schob die Übergabe bis zur Erstellung des Gutachtens jedoch auf.

Am Mittwoch kam es zu einem Gespräch zwischen Bayram und Franziska K., das laut Rastner in "normaler Atmosphäre" verlaufen sei. Yasemin war nicht dabei, allerdings der knapp zweijährige Dominik, mit dem Franziska K. bei ihrer Flucht schwanger war und der seinen Vater noch nie gesehen hatte.

Erziehungsberater Christian Hilpold empfiehlt, die Anwesenheit von Bayram K. zu Mediationsgesprächen zwischen den getrennt lebenden Eheleuten zu nützen. (hs, DER STANDARD Printausgabe 17.9.2004)

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