Belgrad beschloss Bildung eines Nationalrates für Minderheiten

17. September 2004, 19:33
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Kostunica: Steht nicht mit aktuellen Geschehnissen in der Vojvodina in Verbindung

Belgrad - Die serbische Regierung hat am Donnerstag die Bildung eines Nationalrates für Minderheiten beschlossen. Ministerpräsident Vojislav Kostunica erklärte bei einer Pressekonferenz, dass die Bildung eines solchen Nationalrates schon seit langem erwogen worden sei - noch bevor die Stellung der ungarischen Minderheit in der nordserbischen Provinz Vojvodina nun auch vor das Europäische Parlament und den Europarat gebracht wurde.

Kostunica präzisierte, dass die Bildung des Nationalrates für Minderheiten, in welchem nicht nur die ungarische, sondern auch alle anderen Volksgruppen in Serbien vertreten sein werden, nicht unter Druck der aktuellen Geschehnisse in der Vojvodina erfolgt sei. Der Nationalrat wird sich nach seinen Angaben nicht nur mit den jüngsten ethnisch motivierten Zwischenfällen in der nordserbischen Provinz, sondern auch mit vielen anderen Fragen befassen, die solche Vorfälle verhindern sollen.

Die Vojvodina ist einer der ethnisch gemischtesten Landesteile Serbiens. In der Provinz leben neben 1,3 Millionen Serben 290.000 Ungarn, sowie Volksgruppen von jeweils über 56.000 Slowaken und Kroaten. (APA)

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