Todesstrafe seltener verhängt

19. September 2004, 16:32
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Geschworenengerichte zögern zunehmend bei Verurteilungen

Washington - Die Zahl der Todesurteile in den USA ist laut Angaben von Exekutionsgegnern in den jüngsten Jahren deutlich zurückgegangen.

Angesichts der weit verbreiten Kontroverse über die Angemessenheit dieser Strafe sprächen sich Geschworenengerichte immer seltener für eine Hinrichtung aus, erklärte das Zentrum für Informationen über Todesstrafen "Death Penalty Information Center" (DPIC) am Mittwoch in Washington. Auch das Moratorium für Hinrichtungen im Staat Illinois habe Einfluss auf entsprechende Entscheidungen gehabt.

Zweifel

Es bestünden verstärkt Zweifel daran, ob es gerechtfertigt sei, einen Menschen hinzurichten, wenn sich in fünf oder zehn Jahren vielleicht seine Unschuld herausstellen könnte, erklärte DPIC-Direktor Richard Dieter.

Demnach wurden in den Neunzigerjahren durchschnittlich 290 Todesurteile pro Jahr verhängt. Zwischen 2000 und 2003 "nur" noch 174. Im vergangenen Jahr wurden den Angaben zufolge 143 Todesurteile ausgesprochen - die niedrigste Zahl seit 1977, als der Oberste Gerichtshof die Wiederzulassung von Exekutionen erlaubte.

In 14 Fällen Unschuld der Verurteilten erwiesen

Laut Bericht wurden in den vergangenen Jahren 116 Todesurteile nachträglich verworfen. In 14 Fällen hätten DNA-Tests die Unschuld des Verurteilten ergeben.

Kritiker argumentierten allerdings, dass viele Urteile nur wegen Verfahrensfehlern aufgehoben worden seien. Eindeutige Zweifel an der Schuld des Angeklagten hätten sich höchstens in rund 40 Fällen ergeben, erklärte Kurt Scheidegger von der Stiftung für Strafrecht, die Hinrichtungen befürwortet. (AP, DER STANDARD, Printausgabe 17.9.2004)

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