WGKK ab nächstem Jahr zahlungsunfähig

21. September 2004, 14:52
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Bund soll finanziell einspringen

Wien - Franz Bittner, Obmann der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK), schlägt Alarm: Mitte des kommenden Jahres werde man "erstmals in ernste Zahlungsschwierigkeiten kommen". Bittner rechnet heuer mit 177 Millionen Euro Defizit, gefolgt von 250 Millionen Euro im Jahr 2005 und 260 Millionen Euro im Jahr 2006. Bislang habe sich die Kasse bei finanziellen Engpässen mit Überbrückungskrediten weitergeholfen, aber: "Wir haben einen Kreditrahmen von 700 Millionen Euro. Im Oktober werden davon 600 Millionen ausgeschöpft sein."

Bittner macht den Bund für die Finanzmisere verantwortlich. Jetzt mahnt er dessen Ausfalls- haftung ein. Die seit 2001 pauschalierten Krankenversicherungsbeiträge für Arbeitslose hätten dazu geführt, "dass die WGKK 2004 eine Mindereinnahme von 64 Millionen Euro hat". Zusätzlich würden die Arbeitgeber der Kasse kumuliert 55 Millionen Euro schulden. "Hätten wir diese beiden Summen, hätten wir um 120 Millionen Euro Mehreinnahmen", so Bittner.

Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat (ÖVP) weist die Kritik von sich: "Wir werden dafür sorgen, dass die Finanzlage der WGKK, in die sie sich ja in den letzten Jahren zum Teil selbst hineinmanövriert hat, auch entsprechend konsolidiert wird." Bei den Krankenversicherungsbeiträgen für Arbeitslose sieht sie jedenfalls noch Verhandlungsspielraum. (APA, kmo/DER STANDARD, Printausgabe, 17.9.2004)

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