Das lange Warten auf den Stundenplan

28. September 2004, 17:42
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In manchen Schulen sind die Stundenpläne nur teilweise fertig. Das liegt unter anderem an den Fristen für Nachprüfungen und für Lehrerverträge und bei Sparprogrammen

In manchen Schulen ist auch eineinhalb Wochen nach Schulbeginn noch nicht klar, für welches Fach in der Früh die Schultasche gepackt werden soll. Oder zumindest können sich die Schülerinnen und Schüler vorerst nur nach einem provisorischen Stundenplan richten, der ihnen ausgehändigt wurde. Im Gymnasium Sacre Coeur (Landstraße) galt für die Schülerinnen und Schüler am Beginn der Stundenplan vom Vorjahr. Sie hatten ihren ersten Schultag am 8. September, die neue und fixe Stundentafel bekamen sie am Montag, dem 13.

Altbekanntes Problem

Eine Verspätung, die Eltern für ihre Kinder als durchaus ärgerlich empfinden. Wobei Andreas Ehlers vom Wiener Landesverband der Elternvereine an den Pflichtschulen das Problem nicht dramatisieren will. Er halte es im Einzelfall für ungut, aber generell seien bei den Stundenplänen "nur Nachjustierungen notwendig, wenn wer ausgefallen ist". Beim Stadtschulrat kennt man das Problem nicht rechtzeitig zu Schulbeginn fertig gewordener Stundenpläne seit Jahren. Zu verhindern sei es kaum, meint Matias Meißner, Sprecher von Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl. Es hänge beispielsweise von Schülerzahlen ab, wie viele Klassen einzurichten sind. Es komme vor, dass Schüler verspätet oder doppelt angemeldet wurden, etwa bei einer HAK und AHS. Wie viele außerdem eine Nachprüfung bestehen und aufrücken können, ist ein zentraler Punkt. Es hängt von einer Person mehr oder weniger ab, ob eine Klasse geteilt wird oder nicht und wie dann mit den "Werteinheiten", der Maßzahl für zu vergebende Stunden je Lehrer, gerechnet werden kann, um die Stunden zu verteilen. Das könne man aber eben erst nach den Nachprüfungen.

August prüfungsfrei

Der Vorschlag, die Nachprüfungen in den August zu verlegen, um mehr Zeit bis Schulbeginn zu haben, sei von Gesetzes wegen nicht möglich, argumentiert Personalvertreter Michael Georgieff von der Bundessektion der Pflichtschullehrer. Die Ferien seien nun mal als für Schüler unterrichts- und prüfungsfreie Zeit einzuhalten. Georgieff weist auch darauf hin, dass Direktoren erst am Schulanfang wüssten, wie viele Lehrer ihnen zur Verfügung stehen. Manche hätten befristete Dienstverträge, andere gingen in Karenz – und die jeweiligen Lehrer haben bis Ende August Zeit, ihre Entscheidung über Fortgang oder Verbleib an der Schule bekannt zu geben.

Verhandlungen laufen noch

Das Stundenplan-Problem schätzt er für heuer massiver ein, als in den Jahren davor. Denn zum Tragen komme auch, dass jedes Bundesland Dienstposten abbauen muss. Was Wien im letzten Jahr massiv mit Frühpensionierungen gemacht habe. Rund 700 Lehrer sind damit von den Schulen weg. Wie hier weitere Auswirkungen sein werden, kann Stadtschulratssprecher Meißner noch nicht einschätzen – "Verhandlungen zum Finanzausgleich laufen ja noch". (aw)

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