Rindersekret wirkt gegen Stechmücken

22. September 2004, 12:35
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Forscher haben im Labor den Wirkstoff des asiatischen Gaur-Rindes nachgebildet

Weinheim - US-Forschern ist es erstmals gelungen, ein Sekret des asiatischen Gaur-Rindes im Labor nachzubauen. Dieser Stoff soll, so die Wissenschaftler von der Indiana University, gefährliche Stechmücken abwehren. Die absolute Konfiguration der Gaursäure, also die räumliche Anordnung des Moleküls insgesamt, war den Forschern allerdings nicht bekannt, berichtet die Gesellschaft deutscher Chemiker.

Mückenstiche sind nicht nur lästig, sondern in tropischen Regionen können sie auch lebensgefährlich sein, da die Moskitos Tropenkrankheiten wie Malaria oder Gelbfieber übertragen. Erst vor kurzem wurde im Sekret des asiatischen Wildrindes Gaur eine Verbindung entdeckt, die als Abschreckungsmittel gegen die Gelbfieber übertragende Aedes-Mücken eingesetzt werden könnte. Mithilfe einer neuen Synthese-Strategie ist es dem Forscherteam unter Andrew Evans nun gelungen, diesen Naturstoff im Labor nachzubauen und so dessen exakte räumliche Struktur zu bestimmen.

Die Gaursäure, ein so genannter zyklischer Ether, besteht aus einem Ring aus vier Kohlenstoffatomen und einem Sauerstoffatom. Beide Sauerstoff-Nachbarn tragen je eine Seitenkette, die aber nicht identisch sind. Wie diese beiden Seitenketten relativ zueinander stehen, war ebenfalls bekannt. Unbekannt war bisher aber die absolute Konfiguration, also die räumliche Anordnung des Moleküls insgesamt. Sie ist deshalb wichtig, da oft nur eine der zueinander spiegelbildlichen Versionen biologisch aktiv ist. (pte)

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    Malaria-Mücke

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