Pakistans Präsident Musharraf bleibt entgegen Zusagen Militärchef

18. September 2004, 15:25
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Erfordernis der "gegenwärtigen nationalen Situation" - Islamistenbündnis: Man wird ihn "zwingen, die Uniform auszuziehen"

Islamabad - Der pakistanische Präsident Pervez Musharraf bleibt entgegen seiner Zusagen an die Opposition weiterhin auch Befehlshaber des Militärs. Pakistans Premierminister Shaukat Aziz Thursday sagte am Donnerstag, die "gegenwärtige nationale Situation" erfordere, dass General Musharraf beide Posten behalte. Am Vorabend hatte Regierungssprecher Sheikh Rashid Ahmad überraschend mitgeteilt, der Militärmachthaber werde am 31. Dezember nicht wie angekündigt als Armeechef zurücktreten.

Opposition fordert Rückkehr zur Demokratie

Musharraf habe sich dazu entschlossen, weil in den kommenden Monaten wichtige Entscheidungen anstünden, betonte Ahmed. Auf Druck der Opposition, die eine "Rückkehr zur Demokratie" forderte, hatte Musharraf zugesagt, bis Ende des Jahres als Chef des Militärs zurückzutreten. Der Premierminister sagte am Donnerstag, zur Not werde man Musharraf per Gesetzesänderungen ermöglichen, beide Posten behalten zu können. Das mächtige oppositionelle Islamistenbündnis MMA kündigte an, man werde Musharraf "zwingen, die Uniform auszuziehen."

Putsch 1999

Musharraf hatte sich im Oktober 1999 an die Macht geputscht. In einem umstrittenen Referendum im Mai 2002 hatte er sich das Präsidentenamt für fünf Jahre gesichert. Demnach konnte er zugleich Armeechef bleiben und musste nach der Parlamentswahl im Oktober 2002 nur das Amt des Regierungschefs abgeben. Musharraf gilt aber weiterhin als der eigentliche Machthaber in Islamabad. (APA)

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    Präsident Pervez Musharraf will auch weiterhin Chef der Armee bleiben - entgegen seiner Zusagen an die Opposition, welche die "Rückkehr zur Demokratie" fordert.

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