Borussia Dortmund schnorrt wieder Aktionäre an

1. Oktober 2004, 14:28
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Hoher Verlust im vergangenen Jahr - Borussen müssen sparen

Dortmund - Der hohe Verluste schreibende deutsche Fußball-Bundesliga-Verein Borussia Dortmund (BVB) will sich mit einer Kapitalerhöhung von seinen Aktionären frisches Geld beschaffen und dabei rund 24 Mio. Euro einnehmen. Für die vergangene Spielzeit 2003/04 gab der BVB am Donnerstag einen operativen Fehlbetrag von mehr als 20 Mio. Euro bekannt, hinzu kämen Abschreibungen und Buchverluste von voraussichtlich 45 Mio. Euro.

Den Aktionären sollten nun bis zu 9,75 Mio. neue Aktien zum Preis von je 2,50 Euro angeboten werden, teilte Deutschlands einziger börsennotierter Fußball-Klub mit. Derzeit notiert die Aktie allerdings bei lediglich 2,37 Euro, nachdem sie zum Börsenstart vor knapp vier Jahren noch rund elf Euro gekostet hatte. Gleichwohl habe der BVB schon bindende Erwerbsangebote erhalten, gab das Management bekannt. Von den Aktionären nicht gezeichnete Papiere würden anderen Investoren angeboten. Die Orderfrist laufe vom 18. September bis zum 1. Oktober. Das Bezugsverhältnis wurde auf 2:1 festgelegt, für zwei alte Aktien können Interessenten also ein neues Papier kaufen.

Angesichts seiner sportlichen Talfahrt und zugleich hoher Investitionen in den Stadionausbau sowie in den Spielerkader steht der BVB seit längerem unter finanziellem Druck. Bereits Ende vergangenen Jahres hatte das Management zur Verbesserung der Finanzlage die Ausgabe einer Anleihe erwogen. Medienberichte über einen akuten Liquiditätsengpass hatte Manager Michael Meier allerdings wiederholt scharf dementiert.

Im Sommer kündigte der Vorstand an, angesichts fehlender Einnahmen aus den lukrativen europäischen Fußball-Wettbewerben in der laufenden Saison die Kosten erheblich reduzieren zu wollen. Der BVB wollte 20 Mio. Euro weniger für Spieler, Trainer und Betreuer ausgeben. Im Juni verkaufte der Verein bereits seinen Leistungsträger Torsten Frings an den deutschen Rekordmeister Bayern München. Der Vertrag des Nationalspielers wäre noch bis 2006 gelaufen.

Im Geschäftsjahr 2003/04 (zum 30. Juni) fiel nach ersten Berechnungen vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Buchverlusten ein Fehlbetrag von 21 bis 22 Mio. Euro an, wie die Führung von Borussia Dortmund bekannt gab. Im Einzelabschluss der börsennotierten Gesellschaft würden außerdem Abschreibungen und Buchverluste in Höhe von 45 Mio. Euro ausgewiesen. Endgültige Zahlen sollen voraussichtlich am 8. Oktober veröffentlicht werden. Die Saison 2002/03 hatte der BVB noch mit einem Gewinn von rund 3,3 Mio. Euro abgeschlossen.(APA/Reuters)

  • Solche Nachrichten verkündet man nicht gerne: Gerd Niebaum, Präsident des BVB.

    Solche Nachrichten verkündet man nicht gerne: Gerd Niebaum, Präsident des BVB.

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