Und in Sünden wurde "maiz" geboren...

17. September 2004, 11:14
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Autonomes Zentrum von und für Migrantinnen feiert sein zehnjähriges Bestehen

"Ein unkontrolliertes Geschwür von distanzierten, differenten, sündigen, nicht-identischen Menschen, die sich als Migrantinnen bezeichneten: die bewusste Aneignung des Begriffes Migrantin als eine parallele und notwendige Strategie innerhalb des Prozesses der Selbstorganisation."
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Das autonome Zentrum von und für Migrantinnen in Linz, kurz genannt "maiz" wird 10. Und feiert 100 Jahre anthropofagisches Lachen. Daher laden die maiz-Frauen FreundInnen, MitstreiterInnen, BewunderInnen, KritikerInnen und Komplizen aller Arten zu einer Feier am Freitag, 24. September 2004 ein. Um 18 Uhr beginnt die Sünden-Ausstellungs-Prozession als Präsentation der 100 Jahre Jubiläumspublikation (Sündenbekenntnisse inklusive!) im "maiz".

An der Prozession werden die AutorInnen, die Sündenbeiträge für die Jubiläumspublikation verfasst haben, gemeinsam mit Mitarbeiterinnen von maiz einen diskursiven Kreuzweg entlang der Ausstellung in der Schaufenstergalerie von maiz machen. In jedem Fenster wird eine der 7 für die Publikation ausgewählten Sünden dargestellt werden. Der Kreuzweg wird von der feministischen Theologin Maria Moser moderiert. Die AutorInnen der Sündenbeiträge sind: Birge Krondorfer (Autorität), Ljubomir Bratic (Harmoniekillerinnen), Mümtaz Karakurt und Selin Prakash-Özer (Präpotenz), Vlatka Frketic (Vulgarität), Andi Wahl (Ausbeutung), Andrea Hummer (Chaos) und Michaela Moser (Gier).

Ab 19 Uhr steigt ein Fest, findet die Beichtabnahme und ein Konzert mit der OWO (one woman oposition) und Sängerin Grace Latigo in der Läuferin auf der Kunst Uni (Hauptplatz 8, 4020 Linz, Arkade Hofberg) statt.

Zur Entwicklung und Struktur

"maiz" ist eine Organisation von und für Migrantinnen und entstand aus der Notwendigkeit von Veränderungen hinsichtlich der Lebens- und Arbeitssituation von Migrantinnen in Österreich und im Sinne einer Stärkung von politischer und kultureller Partizipation.

Im "maiz" sind zur Zeit 31 Mitarbeiterinnen beschäftigt. Die Aktivitäten unserer Organisation werden innerhalb der Arbeitsbereiche Bildung, Rechts- und Sozialberatung, Familienberatung, Streetwork und Ausbildungen für Migrantinnen in der Sexarbeit, Kultur- und Öffentlichkeitsarbeit koordiniert und durchgeführt (lesen Sie mehr dazu unter Antisexistische und antirassistische Strategien).

"maiz" kooperierte auch mit Forschungsprojekten von anderen im Bereich Migrations- und Genderfragen, Feminisierung der Armut u.a. Im Zuge unserer bisherigen Tätigkeiten wurde aber auch die Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit eigener Forschungstätigkeit deutlich. Seit 2003 beteiligt sich "maiz" daher als Partnerorganisation an zwei Forschungsprojekten, beide zum Thema prekäre Arbeitssituationen von Migrantinnen in Österreich: sexuelle Dienstleistungen und Haushaltsdienst. Zwei Themen die in aktueller Zeit des Transfers der Haushalts- und Betreuungsdienste im globalen Kapitalismus enorm wichtig sind. (red)

Link
maiz
Hofgasse 11, A-4020 Linz
Tel +43-732-776070
Fax-5

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