Hoher Ölpreis treibt August-Inflation auf 2,4 Prozent

24. September 2004, 13:44
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Wohnen, Verkehr und Nahrungsmittel neuerlich stärkste Preistreiber - Nur Nachrichten­übermittlung billiger

Wien - Der anhaltend hohe Ölpreis hat die Inflation in Österreich im August 2004 auf 2,4 Prozent ansteigen lassen, nachdem sie im Juli bei 2,2 Prozent (revidierter Wert) gelegen war. Im Juni war die Teuerungsrate erstmals seit Oktober 2001 auf 2,3 Prozent gestiegen, im Mai hatte der Ölpreisanstieg das Preisniveau um 2,1 Prozent nach oben getrieben.

Kraftstoffe und Schmiermittel haben sich im Schnitt um 15 Prozent verteuert, Diesel kostete sogar um 18 Prozent mehr als im Jahr davor. Bei Heizöl Extra Leicht (Großabnahme) verzeichnete man einen Preisanstieg um 25 Prozent, wie Statistik Austria am Mittwoch mitteilte. Deutliche Verteuerungen gab es auch beim Wohnen: Die Wohnungsmieten kletterten im Jahresabstand um 4 Prozent.

Der für die Europäische Währungsunion berechnete harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) stieg im August auf 2,2 Prozent nach 2,1 Prozent im Juli.

Im Monatsabstand ging das nach dem nationalen Warenkorb ermittelte Preisniveau im August um 0,5 Prozent hinauf. Nach HVPI-Kriterien verteuerten sich Waren und Dienstleistungen zum Vormonat um 0,4 Prozent.

Wohnen, Verkehr und Nahrungsmittel als Preistreiber

Den stärksten Beitrag zum Preisanstieg von 2,4 Prozent um Jahresabstand leisteten im August - wie schon im Juli - die Hauptgruppen Wohnen, Wasser und Energie (4,0 Prozent) sowie Verkehr (3,1 Prozent). Auch bei Nahrungsmittel gab es eine deutlich Verteuerung von 2,2 Prozent. Preissenkungen gab es nur in der Hauptgruppe Nachrichtenübermittlung (-0,9 Prozent).

Auf der Hitliste der Inflationstreiber finden sich neben Heizöl und Treibstoffen, unter anderem Hüttenkoks (32 Prozent), PC-Spiele (29 Prozent) und Viskosestoffe (20 Prozent). Inflationssenkend wirkten im Jahresabstand Verbilligungen bei Digitalkameras (-29 Prozent), DVD-Playern (-26 Prozent), Klassik-CDs (-25 Prozent), PCs (-23 Prozent) oder auch Saisonobst (-21 Prozent).

Die Preissteigerungen bei Wohnungsmieten von 4 Prozent und bei Betriebskosten (Mietwohnungen 7 Prozent, Eigentumswohnungen 2 Prozent) fanden bereits im ersten Quartal statt, werden aber erst sechs Monate später in den VPI einbezogen.

Mode zum Vormonat teurer

Zum Vormonat Juli gab es die größten Preissteigerungen bei Bekleidung und Schuhen (+1,5 Prozent), nicht zuletzt weil der Schlussverkauf vorbei und die neue Herbstkollektion eingetroffen ist. Damenbekleidung verteuerte sich im Durchschnitt um 4 Prozent, Bekleidung insgesamt um 2,4 Prozent.

Flugpauschalreisen waren im August um 0,6 Prozent teurer als im Juli, Hotelzimmer mit Frühstück der 4 und 5-Stern-Kategorie um 3,4 Prozent, Übernachtungen im Ausland um 4,8 Prozent.

In den Hauptgruppen Verkehr und Wohnen verteuerten sich die Preise im Monatsabstand um je 0,8 Prozent. Die Preise für Kraftstoffe und Schmiermittel stiegen im Schnitt um 4 Prozent, wobei Normal- und Superbenzin um 3 Prozent teurer war als im Juli, Diesel um 6 Prozent. Elektrizität, Gas und sonstige Brennstoff kosteten im Schnitt um 1 Prozent mehr als im Monat davor.

Nahrungsmittel billiger

Preissenkungen gab es im Monatsabstand bei Nahrungsmitteln und Alkoholfreien Getränken (-0,6 Prozent). Gemüse wurde im Schnitt um 5 Prozent billiger (Tomaten -17 Prozent, Paprika und Zwiebeln je -20 Prozent), Obst um 3 Prozent (Saisonobst -11 Prozent, Bananen -7 Prozent , Tafeltrauben -35 Prozent).

Der VPI (2000=100) lag im August bei 108,6 Punkten, der HVPI (1996=100) bei 112,5 Punkten. Der Preisindex für Saisonwaren fiel im Jahresabstand um -3,4 Prozent, im Monatsabstand um 5 Prozent.

Der Index ohne Saisonwaren erhöhte sich gegenüber August des Vorjahres um 2,5 Prozent, zum Vormonat um 0,6 Prozent. Der Index für den Privaten Pkw-Verkehr stieg binnen Jahresfrist um 3,9 Prozent, gegenüber dem Vormonat um 0,8 Prozent. (APA)

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    Gerade vor Begin der Heiz-Saison wird die Preissteigerung von 25 Prozent bei Heizöl leicht besonders spürbar.

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