Wiener will im Irak in Geiselhaft gewesen sein

17. September 2004, 18:38
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Gebürtiger Iraker nach eigenen Angaben 13 Tage lang festgehalten - Wiener Firma entließ Mitarbeiter

Wien - Ein Österreicher war nach eigenen Angaben 13 Tage lang im Irak in Geiselhaft. Das berichtet "News" in seiner aktuellen Ausgabe. Der Mann, ein 32jähriger Verkaufsleiter einer technischen Firma aus Wien-Donaustadt, wolle allerdings anonym bleiben. "Freunde von mir sitzen noch immer in Bagdad, ich will ihr Leben nicht gefährden", sagte der gebürtige Iraker. Der Diplomingenieur und sein Cousin seien am 19. August am Rande von Bagdad von Unbekannten aufgehalten worden. Sie seien von den Kidnappern geschlagen und misshandelt worden, berichtet die Info-Illustrierte. Aus dem Außenministerium waren zu dem Fall keine näheren Informationen zu bekommen.

Der Mann erzählte "News": "Bewaffnete stoppten am Stadtrand von Bagdad meinen Jeep, hielten mir und meinem Cousin Kalaschnikows an den Kopf und zwangen uns, in den Kofferraum eines Mercedes zu steigen." Der Österreicher habe nicht gewusst, wohin sie verschleppt wurden. "Meine Augen waren meist verbunden, meine Hände gefesselt, an den Beinen wurden mir Ketten angelegt." Er sei auch geschlagen worden. "Sie zwangen uns, Schlaftabletten zu schlucken, hatten offensichtlich Spaß daran, uns zu quälen, drückten Zigaretten an uns aus."

Die Entführer hätten von den Familien der Geiseln eine Million Dollar (817.127 Euro) Lösegeld gefordert. Sonst, so hätten sie gedroht, "schicken wir euch eben die Köpfe der beiden". Eine Million Dollar sei zu viel für die Familien gewesen. "Als klar war, dass niemand die Million zahlen kann, forderten sie zuerst 500.000 Dollar, dann 50.000", sagte der Mann weiter. Nach der Bezahlung der 50.000 Dollar seien die beiden Männer schließlich nach 13. Tagen in der Nähe des Flughafens von Bagdad frei gelassen.

Wiener Firma entließ Mitarbeiter nach Geiselhaft

Laut ORF wurde der 32-jährige Verkaufsleiter von seiner Wiener Firma entlassen. Das technische Unternehmen schenke den Angaben seines Verkaufsleiters keinen Glauben und habe die Zusammenarbeit nach acht Jahren beendet. (APA)

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