Kein Friede mit OpenOffice.org

27. September 2004, 19:31
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Nichtangriffspakt mit Sun gilt nicht für freies Office - Microsoft darf Nutzer verklagen

Im April 2004 verkündeten Microsoft und Sun Microsystems ihren Nichtangriffspakt und die Beilegung aller Rechtsstreitigkeiten zwischen den beiden Unternehmen. Der Redmonder Softwarekonzern zahlte im Rahmen dieser Vereinbahrung insgesamt 1,6 Milliarden US-Dollar an Sun. Wie jetzt bekannt wurde, gibt es jedoch eine dedizierte Ausnahme: die freie Office-Suite OpenOffice.org.

Die Ausnahme

Der Nichtangriffspakt zwischen den beiden Softwareunternehmen sieht vor, dass weder gegenseitig noch gegen "autorisierte Lizenznehmer" auf Schadenersatz in der Vergangenheit oder der vereinbarten zehnjährigen Dauer des Stillstandabkommens geklagt wird. Doch wurde Microsoft explizit das Recht eingeräumt, Schadenersatz von Sun, seinen Lizenznehmern und auch Nutzern von OpenOffice.org zu verlangen - so der Inhalt eines Dokuments, das Sun jetzt bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht hat.

Die Ausnahme der Ausnahme

Suns kommerzielles StarOffice ist wiederum von dieser Ausnahmeregelung ausgenommen. Im Falle dass Sun Schadenersatzzahlungen an seine Lizenznehmer zahlen muss, weil diese von Microsoft wegen OpenOffice.org verklagt wurden, würde Microsoft unter bestimmten Bedingungen diese Zahlungen für Sun übernehmen. Als Erklärung für diese Ausnahmeregelung nennen Vertreter von Sun, dass mit dem Nichtangriffspakt Kunden von Sun geschützt werden sollen, da OpenOffice.org aber kein Produkt des Softwarekonzerns sei, würde die Abmachung in diesem Bereich nicht gelten. (red)

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