Infineon bekennt sich der Preisabsprache für schuldig

23. September 2004, 10:34
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DRAM-Absprache kostet Infineon 131 Millionen Euro Strafe

Der Münchener Chipkonzern Infineon hat sich dem US-Justizministerium zufolge der Preisabsprache bei Speicherchips mit anderen Anbietern der Branche für schuldig bekannt und ein Bußgeld von 160 Millionen Dollar (131 Millionen Euro) akzeptiert.

DRAM-Absprache

Das Ministerium teilte am Mittwoch in Washington mit, Infineon habe die Verabredung mit anderen Wettbewerbern bei der Absprache der Preise für Speicherchips (Dynamic Random Access Memory - DRAM) zugegeben. Es handle sich um das dritthöchsten Bußgeld, das die Regierung jemals verhängt habe. Infineon habe sich zudem bereit erklärt, bei den Ermittlungen zu kooperieren. Das Unternehmen sprach von einer Einigung mit der Anti- Trust-Abteilung des Justizministeriums. Dabei habe sich Infineon in einem einzigen und begrenzten Anklagepunkt schuldig bekannt, der die Verletzung von Kartellrecht bei der Preisbildung für DRAM-Chips zwischen Juli 1999 und Juni 2002 betreffe. Die Strafe werde voll von den Rückstellungen des Unternehmens im 3. Quartal gedeckt, teilte das Unternehmen am Mittwochabend mit. Das Fehlverhalten sei auf bestimmte OEM-Kunden begrenzt gewesen.

Hochrangige Mitarbeiter waren beteiligt

"An der Sache waren hochrangige Mitarbeiter beteiligt", sagte der Chef der Anti-Trust-Abteilung, Hewitt Pate. "Es ging nicht um einige faule Äpfel auf unterer Ebene." Die Absprache habe zu höheren Preisen für Speicherchips für Computer, Mobiltelefone, Kameras und Spielkonsolen geführt. Betroffenen seien unter anderem Computerfirmen wie Dell, Apple, IBM, Gateway und Hewlett-Packard. Der Chef von Infineon Technologies North America, Robert LeFort, sagte, man stehe kurz vor einer Einigung mit großen Computerherstellern über eine Entschädigung. Dies werde für Infineon vermutlich Kosten von nicht mehr als 90 Millionen Dollar nach sich ziehen.

Dramatische Veränderungen

In den vergangenen Jahren haben sich die Preise für Speicherchips zu Teil dramatisch verändert, ohne dass es dafür immer nachvollziehbare Gründe gab. Speicherhersteller haben Vorwürfe eines Kartell-ähnlichen Verhaltens zurückgewiesen. Die Firmen Micron Technology, Samsung Electronics und Hynix Semiconductor habe erklärt, sie seien von der Untersuchung des US-Justizministeriums betroffen.(Reuters)

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