Die Diplomatie und das Parkplatzproblem in Wien

22. September 2004, 09:29
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Nur wenige Autofahrer genießen das Privileg, eines eigenen Parkplatzes - im ersten Bezirk gibt es erstaunlicherweise über 300 Sondergenehmigungen

Wien - Jeder Autofahrer träumt davon, einen für sich zu haben: einen ganz persönlichen Parkplatz auf der Straße vor dem Wohnhaus oder dem Arbeitsplatz. Dieses Privileg genießen prinzipiell nur wenige in Wien - und doch werden es in letzter Zeit im ersten Bezirk immer mehr, klagt Franz Grundwalt (VP), Bezirksvorsteher Innere Stadt.

Diplomatenzonen

In 93 so genannten Diplomatenzonen bestünden bereits rund 320 Parkplätze. Grundsätzlich stünden den Botschaften, die viele Länder in Wien unterhalten, zwei Freiplätze zu. Da aber auch Botschaftsgebäude zusätzliche Büros anmieten, würden für die neuen Standorte wieder Parkplätze beantragt, sagt Grundwalt. Dazu käme, dass auch Sprachschulen und Fremdenverkehrsinstitute als Abteilungen von Botschaften deklariert würden, und so ebenfalls Freiparkplätze beantragen können. Zusätzlich hat jeder Missionschef (also der oder die Botschafter/in) Anspruch auf einen Parkplatz vor dem Wohnhaus, beklagt der Bezirkschef die Platznot.

Mehr Genehmigungungen

In der MA 46 (Verkehrsangelegenheiten) weiß man, dass es in manchen Vierteln eben mehr Botschaften gibt, daher dort mehr Freizonen beantragt würden. So betrifft das neben der Inneren Stadt teilweise die Bezirke Landstraße und Hietzing oder die Gegend bei der Uno-City. "Wo schon Diplomaten sind, ziehen weitere hinzu", meint Abteilungsleiter Peter Lenz. Daher könne er vereinzelte Proteste verstehen. Dass allerdings in jüngster Zeit mehr Parkplätze genehmigt würden, als in der Vergangenheit, kann er nicht bestätigen.

Die Genehmigungen für Freiparkplätze beruhen auf einer Vereinbarung zwischen der Stadt Wien und dem Außenministerium. Darüber hinaus ist das "Recht auf Diplomatenzonen" in der Straßenverkehrsordnung geregelt. Peter Lenz: "Die Plätze werden bei der MA 46 beantragt, das Außenministerium prüft, ob der Antragsteller berechtigt ist, dann gilt der Parkplatz als genehmigt." (aw, DER STANDARD Printausgabe 16.9.2004)

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