Kurt Krenn feiert und Rom schweigt

24. September 2004, 20:39
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Auch zum 13-jährigen Amtsjubiläum ist St. Pölten im Vatikan kein Thema - Küng dementiert baldige Rom-Visite und Krenn Rücktritt

Feldkirch/St. Pölten - Bischof Klaus Küng wird diese Woche nicht zu "Konsultationen" nach Rom reisen. "Wir wüssten nichts davon", dementierte Küngs Sekretärs Bernhard Augustin am Mittwoch Gerüchte, wonach der Bischof ab heute, Donnerstag, im Vatikan die Ergebnisse seiner Visitation in St. Pölten präsentiert.

Die Apostolische Visitation in der Diözese St. Pölten wird "konsequent, ruhig und ordnungsgemäß" durchgeführt, hieß es außerdem in einer schriftlichen Erklärung. In Feldkirch hat man bislang keine neuen Informationen aus dem Vatikan zur weiteren Vorgangsweise in der Causa um den St. Pöltner Bischof Kurt Krenn. Und auch am Tag des Amtsjubiläums des St. Pöltener Diözesanbischofs Kurt Krenn gab es aus dem Vatikan keine Aussagen zu seinem seit Tagen bereits erwarteten Rücktritt.

St. Pölten wieder kein Thema in Rom

Im Bulletin des Presseamtes des Heiligen Stuhls vom Mittwoch ist St. Pölten wieder kein Thema. Genau an diesem Tag feierte Krenn 13 Jahre Amtszeit. Am 15. September 1991 hatte er, zuvor Wiener Weihbischof, sein Amt als Oberhirte in St. Pölten angetreten. Den Jahrestag beging Krenn zurückgezogen. Er wollte in der Privatkapelle des Bischöflichen Palais eine Messe zelebrieren.

"Test" für Alumnen

Die Geschäfte in der Diözese laufen indes unter der Führung Küngs weiter. Dazu gehören auch die "Aufnahmegespräche" für künftige Alumnen im Priesterseminar St. Pölten. Bisher sollen sich mehr als 20 Kandidaten gemeldet, von denen sich jeder einer Befragung durch eine fünfköpfige Kommission, der auch Küng angehört, stellen müsse. Auch Alumnen, die bereits in St. Pölten studiert hatten, müssen sich diesem "Test" unterziehen.

Stellungnahme in Sachen August Paterno erwartet

In Sachen Kaplan August Paterno wird für spätestens Freitag eine Stellungnahme der kirchlichen Untersuchungskommission erwartet. Die Voruntersuchungen sollen bis dahin beendet sein. Paterno wird vorgeworfen, männliche Jugendliche sexuell missbraucht zu haben. Parallel zur kirchlichen Voruntersuchung ermittelt auch die Kriminalpolizei. Beim Selbsthilfeverein "Omnibus", der die Jahre zurückliegenden Fälle öffentlich gemacht hatte, haben sich bis Anfang September 14 angebliche Opfer gemeldet.

Paterno bezeichnete die Vorwürfe bisher als "Verleumdung"

Paterno selbst bezeichnete die Vorwürfe bisher als "Verleumdung". Er erhielt dieser Tage die Möglichkeit, zu den Missbrauchsvorwürfen Stellung zu beziehen. Kaplan Paterno wurde deshalb zu den Aussagen ehemaliger Schüler von einem Beauftragten der Diözese Feldkirch in Wien befragt. (jub, pm, DER STANDARD Printausgabe 16.9.2004)

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    Am 15. September 1991 hatte der ehemalige Wiener Weihbischof, sein Amt als Oberhirte in St. Pölten angetreten. Den Jahrestag beging Krenn zurückgezogen.

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