Internationale Klientel sieht "Made in Berlin"

20. September 2004, 20:19
posten

Fünf Österreicher beim Art-Forum 2004

Berlin - Zum neunten Mal eröffnet am 18. September in den denkmalgeschützten Ermisch-Hallen des Messegeländes das Art Forum Berlin. Unter den 119 Galerien aus 20 Ländern finden sich fünf Aussteller aus Österreich: Bleich-Rossi (Graz), Georg Kargl (Wien), Thaddeus Ropac (Salzburg/Paris), Johann Widauer (Innsbruck) und Krobath Wimmer (Wien).

Insgesamt ist die Quote internationaler Provenienz mit 45 Prozent relativ hoch und satte 83 Prozent gelten als Wiederkehrer, die höchste Quote aller Kunstmessen. Mit 35 Galerien stellt Berlin auf dieser internationalen Messe für Gegenwartskunst naturgemäß das breiteste Spektrum aller Standorte.

Das ursprüngliche Konzept, nur "cutting edge"-Kunst zu zeigen, wurde im Laufe der Zeit revidiert und nach einer formalen Konsolidierung im vergangenen Jahr folgt nun eine inhaltliche, bereichert durch eine Neuerung: Die Sonderausstellung Made in Berlin (kuratiert von Felix Zdenek, ehemals Deichtorhallen Hamburg) zeigt 43 Positionen internationaler Künstler, die in Berlin leben und arbeiten. Und damit wird der Veranstaltung auch ein Stück mehr Profil verliehen.

Denn der Zuzug aus dem In-und Ausland reißt nicht ab, laut Sabrina van der Ley, künstlerische Leiterin des Art Forum, quillt dieses Mekka "geradezu über vor kreativen Köpfen in allen Sparten", wie sie es zwei Tage vor der Vernissage in einem Statement formuliert. Was die Faszination Berlin ausmacht?

"Das noch Unfertige der Stadt, die Spuren zweier Gesellschaftssysteme sowie deren Vorgeschichte", charakterisiert Ley, "und es ist bezeichnend, wie viele Kunstwerke, die auf internationalen Großausstellungen wie der Documenta oder der Biennale in Venedig zu sehen sind, in Berlin produziert und zuerst gezeigt werden."

Die Klientel des Art Forums ist international, wie man sich vergangenes Jahr von einem Marktforschungsinstitut erheben ließ: Jeder sechste Besucher kam aus dem Ausland, vorwiegend aus den EU-Ländern, Nordamerika und den Staaten Mittel- und Osteuropas; stark frequentiert wurde die Messe vor allem von Besuchern aus der Schweiz, Dänemark, Italien, Österreich und Frankreich.

Zu den 17 Prozent anlässlich der neunten Auflage erstmals präsenten Galerien, die auf mehr als 25.000 möglichst kaufwillige und -kräftige Besucher hoffen (2003: 25.313), gehören u.a. Thomas Zander (Köln), Daniel Hug (Los Angeles), Rodolphe Janssen (Brüssel) und Bleich-Rossi aus Graz, die neben Albert Oehlen und Jörg Schlick, wie zwei andere Aussteller auch, Kippenberger präsentiert.

Gemeinsam mit den Stammgalerien hofft man auf positive Geschäftsabschlüsse: 2003 war dies nachweislich bei zwei Dritteln der Aussteller der Fall (2002: 69 Prozent), wobei 43 Prozent über vier Kunstwerke verkauften. Eine deutliche Konzentration der Verkäufe lag dabei auf Malerei (43 Prozent), gefolgt von Fotografie (39 Prozent), Zeichnungen/Arbeiten auf Papier (36 Prozent) und Videoinstallationen (11 Prozent). (kron / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 16.9.2004)

18. bis 22. September
Share if you care.