Frühestens 2010 wird das Ozonloch schrumpfen

22. September 2004, 12:26
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Der 16. September ist der Internationale Tag zur Erhaltung der Ozonschicht

Wien - Donnerstag (16. September) ist der Internationale Tag zur Erhaltung der Ozonschicht. An diesem Tag war 1987 die Einigung auf das Protokoll von Montreal erzielt worden, durch das die Ozonschicht erhalten werden soll. 17 Jahre später ist der Blick in die Zukunft jener Schicht, die uns vor den UV-Strahlen der Sonne schützen soll, nicht besonders rosig.

Warten auf Besserung

Vor einem Jahr kam die ernüchternde Meldung, dass das Ozonloch über der Antarktis so groß wie nie zuvor sei. Klimaforscher rechneten zudem mit einem weiteren Anwachsen des Loches. Grund dafür ist, dass das Treibhausgas FCKW (Fluorkohlenwasserstoff) noch immer in der Atmosphäre vorhanden ist. Die Gase haben dem Hamburger Klimaforscher Mojib Latif zufolge eine Verweildauer von 50 bis 100 Jahren.

Laut einer UNO-Studie aus dem Jahr 2002 erholt sich die Ozonschicht frühestens ab 2010. Demnach war vor zwei Jahren die Schadstoffkonzentration in der Stratosphäre größer als je zuvor. Zudem seien bisher unbekannte schädliche Substanzen oder der weltweite Klimawandel stets eine Bedrohung für die Erholung der Schicht.

Die heimische Situation

Österreich präsentierte sich selbst im Vorjahr als Musterschüler: Wie das Umweltministerium im Vorjahr betonte, hat man die Menge der schädlichen Substanzen von 9.000 Tonnen im Jahr 1986 auf aktuell 15 bis 20 Tonnen reduziert. Weitreichende Verbote und die Verwendung entsprechender Ersatzstoffe hätten diesen Erfolg gebracht. Ein Problem sind noch Altlasten wie "Uraltkühlschränke".

Versäumnisse in der Klimapolitik der Regierung sah dagegen SP-Umweltsprecherin Petra Bayr am Mittwoch. Die "bisherige Hinter-mir-die-Sintflut-Politik der Bundesregierung" sei sofort einzustellen, meinte die Abgeordnete. Tatsächlich habe sich Österreich vom Kyoto-Ziel der Reduzierung der Treibhausgase um 13 Prozent (von 1990 bis 2008/2012) offensichtlich ohne Bedenken des Umweltministers entfernt. "Statt eines Rückganges der Emissionen haben wir sogar den Ausstoß von Treibhausgasen noch vermehrt. Ich fordere den Umweltminister zur Einsicht auf", sagte Bayr.(APA)

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