NATO-Einsatz im Irak nimmt Formen an

17. September 2004, 11:14
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Diplomaten: Einigung über Ausbildungsmission steht bevor

Brüssel - Der geplante NATO-Einsatz zur Ausbildung irakischer Sicherheitskräfte nimmt langsam Formen an. Die Botschafter der 26 Mitgliedstaaten berieten am Mittwoch in Brüssel mehrere Optionen, die die Militärs der Allianz unterbreitet hatten. Diplomaten äußerten sich optimistisch, dass eine Einigung noch Ende dieser oder Anfang kommender Woche zu Stande kommen könnte. Den Angaben zufolge haben sich die Positionen der USA und Frankreichs über Umfang und Kommando der geplanten Mission angenähert.

Das wahrscheinlichste Szenario ist den Angaben zufolge, dass die NATO ein Trainingszentrum für Führungskräfte in Irak aufbaut. Dazu wäre die Entsendung von bis zu 300 NATO-Offizieren erforderlich. Die NATO-Mission soll die Bemühungen der USA unterstützen, eine irakische Streitmacht mit 260.000 Soldaten aufzubauen. Eine Reihe von Detailfragen wie etwa die Finanzierung oder wer für den Schutz der NATO-Mission sorgen soll, seien noch offen. Die Leitlinien des Einsatzes seien aber so gut wie beschlossen.

Kompromiss

Die Option wird von Diplomaten als Kompromiss zwischen Frankreich und den USA gewertet. Die Regierung in Paris hatte ursprünglich jegliches Engagement der Allianz im Irak ausgeschlossen und wollte die Ausbildung der Sicherheitskräfte außerhalb des Landes organisieren. Auch die deutsche Bundesregierung hat eine Stationierung von Ausbildungsoffizieren im Irak wiederholt ausgeschlossen. Die USA wollten dagegen eine starke und sichtbare Präsenz der NATO durchsetzen.

Der irakische Übergangspräsident Ghazi al-Yawar hatte bei einem Besuch der NATO am Dienstag erneut um Unterstützung der Allianz beim Wiederaufbau seines Landes gebeten. Die NATO-Staats- und Regierungschefs hatten sich auf dem Gipfel in Istanbul Ende Juni bereits grundsätzlich bereit erklärt, bei der Ausbildung irakischer Sicherheitskräfte zu helfen. (APA/AP)

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