ARD will Information als erste Säule ausbauen

22. September 2004, 13:26
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Unterhaltungsanteil wird nicht ausgebaut - klare Trennung zwischen Programm und Werbung

Die Information als stärkste Säule wird bei der deutschen ARD in den kommenden zwei Jahren mindestens 40 Prozent des Gesamtangebots ausmachen. Hinzu kommt 2005/2006 ein Anteil von zehn Prozent an Sportinformationen. Auf diese Leitlinie für ihr Gemeinschaftsprogramm haben sich die Intendanten der ARD-Sender am Mittwoch in Köln in einer außerordentlichen Hauptversammlung verpflichtet. Der Unterhaltungsanteil wird nicht ausgebaut.

Keine "Schleichwerbung"

ARD-Vorsitzender Jobst Plog sagte, nach jahrelangen Diskussionen um den Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks seien in einem "mühevollen Diskussionsprozess" nun ein breiter Konsens und eine gute Grundlage für die kommenden Jahre gelungen. Neben der besonderen Bedeutung des Informationsangebots wird die klare Trennung zwischen Programm und Werbung betont. "Schleichwerbung" finde in der ARD nicht statt, meinte Programmdirektor Günter Struve. Auf teure 0190-Nummern soll verzichtet werden.

Dem Zuschauer sollen an jedem Wochentag im ARD-Abendprogramm hochwertige Magazine, Dokumentationen oder Reportagen als "Markenzeichen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks" angeboten werden - zu politischen, wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Themen. Im Mai 2005 sind zahlreiche Dokumentationen und Sondersendungen zum Ende des Zweiten Weltkriegs vor 60 Jahren (8. Mai 1945) geplant. Kultur als "Kernaufgabe" soll weiter "breiten Schichten der Bevölkerung" zugänglich gemacht werden. Angesichts der besonderen Verantwortung für Kinder und Jugendliche soll 2005/2006 eine Reihe werbe- und gewaltfreier Formate angeboten werden, die den Nachwuchs altersgerecht und unterhaltsam informieren. (APA)

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