IPI warnt vor Trend zu staatlichem Einfluss auf Presseräte

24. September 2004, 13:53
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Freiwillige Selbstkontrolle das beste Modell, immer mehr Staaten aber verordnen gesetzliche Kontrolle

Das International Press Institute (IPI) mit Sitz in Wien zeigt sich besorgt über den weltweiten Trend zu gesetzlich verordneten Presseräten anstelle einer freiwilligen Selbstkontrolle der Medien. In Äthiopien und Brasilien gebe es bereits staatliche Medienkontrolle oder sie werde soeben diskutiert. Auch in Irland gebe es ähnliche Überlegungen. Auf Journalisten und Medien habe dies höchst nachteilige Auswirkungen, warnte IPI-Direktor Johann P. Fritz am Mittwoch in einer Aussendung.

"Die wachsenden Begehrlichkeiten, gesetzlich festgelegte Presseräte zu etablieren, widerspricht der allgemein anerkannten Ansicht, dass man Medienregulierung am besten durch die Förderung von freiwilliger Selbstkontrolle bewerkstelligt", so Fritz. Statt "aufgezwungenen" Presseräten sollten Regierungen in Dialog mit Journalisten und Medien treten.

Auch für Österreich, wo der Presserat seit geraumer Zeit auf Eis liegt, wäre eine unabhängige und freiwillige Selbstkontrolle wünschenswert, hieß es auf APA-Anfrage im IPI. "Wichtig ist, dass der Presserat tatsächlich tätig ist und funktioniert. Ansonsten könnte die Regierung ermutigt werden, selbst einen zu errichten." Ebenso wichtig sei aber die Teilnahme aller Zeitungen, wurde unterstrichen. (APA)

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