Gezüchtetes Herzgewebe für Infarktpatienten

22. September 2004, 12:35
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Neues Projekt vorgestellt: Ersatz für geschädigtes Eigengewebe

Leipzig - Bei einem durch einen Infarkt geschädigten Herzgewebe kann künftig möglicherweise durch künstlich gezüchtetes ersetzt werden. Einem deutschen Wissenschafterteam gelang eine entsprechende Behandlung jetzt erstmals im Tierversuch. Der Hamburger Professor Thomas Eschenhagen stellte des Projekt am Mittwoch in Leipzig vor, wo derzeit rund 5.000 Spezialisten am dritten Kongress der Europäischen Herzchirurgen teilnehmen.

Nach einem Infarkt fallen ganze Areale des Herzgewebes aus. Dieser Ausfall ist nach Angaben der Experten bisher irreparabel und mit Funktionseinbußen des Organs verbunden. Den Forschern gelang es nun, bei Ratten künstliches Herzmuskelgewebe aus dreidimensionalen Zellkulturen zu gewinnen und zu züchten. Das Gewebe wurde anschließend auf die Herzen von Empfängertieren aufgenäht, wo es mit dem natürlichem Herzgewebe zusammenarbeitete.

Nach Angaben der Wissenschafter verfügte auch das gezüchtete Gewebe über die Fähigkeit, sich zusammenziehen und auszudehnen. Dadurch habe sich die Herzfunktion deutlich verbessert. Bis zur klinischen Anwendung am Menschen werde aber noch einige Zeit vergehen. Dennoch sei damit ein weiterer Schritt hin zum erfolgreichen Einsatz künstlichen Herzgewebes getan. (APA/AP)

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