Verbot von Kabelfusion erschwert Breitband-Wettbewerb

22. September 2004, 10:27
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WIK: Bis 2014 bis zu sechs Mio. Haushalte via TV-Kabel im Internet

Sollte das Bundeskartellamt den geplanten Zusammenschluss der Kabel Deutschland GmbH (KDG) mit den regionalen Kabelnetzbetreibern ish, iesy und Kabel Baden Württemberg untersagen, wird womöglich ein stärkerer Wettbewerb im Breitbandinternet-Bereich verhindert. Das berichtet die WirtschaftsWoche unter Berufung auf eine Marktanalyse des Wissenschaftlichen Instituts für Kommunikationsdienste (WIK) . Laut WIK könnten im besten Fall bis 2007 800.000, im Jahr 2014 sogar mehr als 5,9 Mio. Haushalte für das Kabelinternet gewonnen werden.

KDG-Chef Roland Steindorf hatte im Rahmen der Verhandlungen um die Fusionsgenehmigung zugesagt, bis 2007 mindestens 13,3 Mio. Haushalte mit internetfähigen Kabelanschlüssen zu versorgen, bis 2014 sogar 21,3 Millionen. Nach der KDG-Prognose könnten bis Ende 2014 rund 1,8 Mio. Haushalte via TV-Kabel im Internet surfen. KDG will mit dem Einstieg ins Internetgeschäft die Bedenken des Kartellamts gegen die Megafusion auf dem Kabelmarkt zerstreuen, unter anderem weil so die Quasi-Monopolstellung der Deutschen Telekom auf dem DSL-Markt angegriffen werden soll.

Andere Internet-Experten und DSL-Anbieter gehen dagegen davon aus, dass die Investitionen von KDG zu spät kommen und zu gering sind . Laut Internetanalyst Kai Kaufmann ist die Zeit bis zum Markteintritt von KDG so lang, dass der Großteil des Breitbandmarktes in Deutschland dann bereits mit DSL versorgt ist. Bisher surfen nach Angaben der Financial Times Deutschland nur 35.000 von drei Mio. Haushalten, die über internetfähiges Kabel verfügen, via Kabel im Netz. (pte)

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