Umfrage: Enges Match zwischen FPÖ und SPÖ um Platz zwei

16. September 2004, 14:33
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ÖVP könnte absolute Mehrheit schaffen - Wahlbeteiligung wird deutlich auf 65 bis 70 Prozent sinke

Bregenz - Für die Vorarlberger Landtagswahl kommenden Sonntag zeichnet sich ein enges Match zwischen FPÖ und SPÖ um den zweiten Platz ab, geht aus einer von den Vorarlberger Grünen in Auftrag gegebenen repräsentativen Umfrage des Wiener Instituts Hoffmann & Forcher hervor. Die ÖVP hat demnach gute Chancen, die absolute Mehrheit zurückzuerobern, und für die Grünen werden deutliche Gewinne prognostiziert. Nur 54 Prozent der Befragten gaben bei erstmals wegfallender Wahlpflicht an, "ganz sicher" wählen zu gehen. Damit deutet sich eine Wahlbeteiligung im Bereich von 65 bis 70 Prozent an.

Die Hochrechnung der Sonntagsfrage ergibt ein klares Bild: Die Volkspartei soll demnach auf 50 bis 51 Prozent (1999: 45,76 Prozent) kommen, während den Freiheitlichen kräftige Einbußen vorausgesagt werden. Erreichte die FPÖ 1999 noch 27,41 Prozent, so wird sie sich am Sonntag laut Umfrage mit 14 bis 16 Prozent bescheiden müssen. Tritt dieser Fall ein, wird die FPÖ möglicherweise den zweiten Platz an die SPÖ verlieren, die gemäß der Umfrage 15 bis 16 Prozent erzielen und damit gegenüber ihrem historischen Tiefstand von 1999 (12,99 Prozent) wieder zulegen wird. Einen Stimmenzuwachs im Ausmaß von fünf bis sechs Prozent wird auch für die Grünen vorausgesagt. Sie kämen dann bei elf bis zwölf Prozent (199: 6,03 Prozent) zu liegen. Mit insgesamt nur sechs Prozent der Stimmen würden die vier zusätzlich antretenden Listen den Einzug in den Landtag deutlich verpassen.

In Bezug auf die Wahlbeteiligung, die am Sonntag als große Unbekannte gilt, gaben 79 Prozent der Befragten an, "ganz sicher" oder "wahrscheinlich" wählen zu gehen. Neun Prozent wollen den Weg zur Urne "sicher nicht" auf sich nehmen. Damit zeichnet sich gegenüber der Landtagswahl von 1999 eine deutlich niedrigere Wahlbeteilung ab. "Es sieht nach einer Wahlbeteiligung im Bereich von 65 bis 70 Prozent aus", so Wolfgang Forcher von Hoffmann & Forcher. 1999 hatte sie - allerdings noch bei Wahlpflicht - 87,81 Prozent betragen.

Unentschlossen waren zum Zeitpunkt der Befragung noch 38 Prozent. 60 Prozent der Befragten wussten hingegen "genau" oder "ziemlich sicher", wen sie wählen werden. Der hohe Grad an Unentschlossenen ist für Forcher nicht erstaunlich. "Es ist ein allgemeiner Trend, dass die Leute weg von der Parteiwahl hin zur Themenwahl gehen", sagte der Geschäftsführer des Instituts

Die repräsentative Umfrage wurde im Auftrag der Grünen in der ersten Septemberwoche durchgeführt. Telefonisch wurden 300 Vorarlberger Wahlberechtigte befragt. (APA)

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