Salzburg im Verlauf eines Jahrhunderts

22. September 2004, 12:24
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Neue Fotodokumentation zeigt historische und aktuelle Aufnahmen der Stadt im Vergleich

Salzburg - "Salzburg gestern und heute" heißt ein handlich kleiner Bildband, in dem rund 100 Jahre alte Fotos von markanten Punkten der Stadt neuen, aktuellen Fotos derselben Ansichten gegenüber gestellt sind. Der Otto Müller Verlag will mit diesem Buch die Entwicklungen und Veränderungen der Stadt dokumentieren. Architektur-Fotograf Laszlo Lugosi hat sich für seine aktuellen Fotos exakt jene Positionen, Jahres- und Tageszeiten gesucht, an denen auch die historischen Aufnahmen entstanden sind.

Zudem verwendete Lugosi eine alte, hölzerne Kamera und - wie vor rund 100 Jahren gebräuchlich - neun mal zwölf Zentimeter große Negative. Dadurch hat der Fotograf eine Bildqualität erreicht, die sich von jener des späten 19. Jahrhunderts technisch wenig unterscheidet. Der Fokus wird so auf die Veränderungen der Stadt in rund 100 Jahren gelenkt. Die gravierendsten Nutzungs-Unterschiede betreffen etwa die Salzburger Felsenreitschule im Festspielbezirk, wo damals tatsächlich bis zu 160 Pferden ausgeritten worden sind oder die Hypobank am Residenzplatz. In diesem Gebäude war früher eines der nobelsten Fünf-Sterne-Hotels der Stadt untergebracht. Besonders auffällig ist zudem der Bestand an Bäumen. So waren die Stadtberge wesentlich weniger bewaldet als heute, dafür säumten Alleen eine Reihe von städtischen Hauptstraßen.

Zufriedenheit über Altstadtschutz

Erhard Koppensteiner, Leiter des Fotoarchivs im Salzburger Museum Carolino Augusteum, hat die historischen Fotos ausgewählt, die erläuternden Texte stammen von Maria Emberger. Bürgermeister Heinz Schaden (S) sagte bei der Eröffnung der Ausstellung in der Galerie Fotohof und gleichzeitigen Präsentation des Bandes, der Altstadtschutz habe in der Stadt trotz einer Reihe von Zerstörungen immer schon relativ gut funktioniert, obwohl das Altstadtschutzgesetz erst seit 1960 gilt.

Lugosi hat vergleichbare Fotobände schon über Athen und Budapest vorgelegt, ähnliche Projekte über Paris, New York, Rom und - als nächstes - Wien sind geplant. Allein die Dokumentation über die ungarische Hauptstadt hat sich 35.000 Mal verkauft. Der Otto Müller Verlag hat "Salzburg gestern und heute" vorerst 3.000 Mal gedruckt, das Buch kostet im Fachhandel 14,80 Euro. Die Ausstellung im Fotohof ist bis zum 25. September zu sehen und wird dann ins Schloss Mirabell übersiedeln. (APA)

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