T-Mobile Deutschland und Vodafone wollen Handy-Subventionen kürzen

22. September 2004, 10:27
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Neuerlicher Vorstoß zur Verbesserung der Gewinnmargen

Die beiden in Deutschland führenden Mobilfunkbetreiber T-Mobile und Vodafone D2 wollen die bisher üblichen Vergünstigungen für Handys weiter senken. Hintergrund dieses erneuten Vorstoßes zur Verbesserung der Gewinnmargen ist die inzwischen hohe Verbreitung von Mobiltelefonen im deutschen Markt.

Marktdurchdringung groß genug

"Hohe Subventionen machen Sinn, wenn man die Marktpenetration nach oben bringen will", sagte ein Sprecher von T-Mobile am Mittwoch in Bonn. Mittlerweile sei die Marktdurchdringung jedoch so hoch, dass man sich auf Kunden mit hohen Umsätzen konzentriere. Daher werde der Abbau von Handy-Subventionen noch einmal forciert.

Vodafone D2 begrüßte den Vorstoß von T-Mobile. "Die Idee, die Subventionen zu senken, bewerten wir positiv", sagte ein Sprecher in Düsseldorf. "Die Subventionen für Handys sind derzeit zu hoch", fügte er hinzu. Konkrete Planungen wollte der Vodafone-Sprecher jedoch nicht nennen. "Wir beobachten den Markt", sagte er lediglich.

Kosten sparen

Derzeit geben die Mobilfunkbetreiber in Deutschland 200 Euro und mehr aus, um einen neuen Kunden zu gewinnen oder einen Bestandskunden zu halten. Durch eine Senkung der Handy-Subventionen könnten Kosten gespart werden, die bisher das Ergebnis belasten. Geringere Vergünstigungen für Handys können jedoch auch dazu führen, dass Bestands- und potenzielle Neukunden sich für einen anderen Anbieter entscheiden. Dieses Risiko will T-Mobile angesichts seines bisher deutlichen Vorsprungs vor Vodafone D2 bei der Kundenzahl eingehen. Ein Abbau der in Form von Rabatten auf neue Handy-Modelle gewährten Vergünstigungen könne in letzter Konsequenz auch Verluste von Marktanteilen bedeuten, räumte der T-Mobile-Sprecher ein.

T-Mobile ist in Deutschland mit 27,1 Millionen Mobilfunkkunden Marktführer vor Vodafone D2 mit 25,5 Millionen Nutzern. Die Verteidigung der Marktführerschaft hat sich T-Mobile zwar auf die Fahnen geschrieben. Jedoch hatte die operative Gewinnmarge in den ersten beiden Quartalen dieses Jahres unter anderem unter hohen Werbekosten zur Einführung neuer Tarife gelitten. Ziel ist es, den Anteil des operativen Ergebnisses (Ebitda) am Umsatz bis zum Jahresende wieder in die Nähe von 40 Prozent zu bringen.(APA/Reuters)

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