WAZ-Boss Schumann sieht keine "Entspannung"

27. September 2004, 14:09
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Ausstieg aus Gremien "ändert nichts an Gesellschafter-Rechten"

Erich Schumann, Geschäftsführer der WAZ-Gruppe ("Westdeutsche Allgemeine Zeitung"), sieht keine Versöhnung im "Kronen Zeitung"-Streit mit Hans Dichand. Er habe sich aus den operativen Gremien der "Krone" und der Mediaprint zurückgezogen, bestätigt Schumann entsprechende Informationen des STANDARD (etat.at berichtete). Aber: "Das schon als Zeichen der Entspannung zu sehen, ist ein wenig blauäugig."

Keine Änderung an den Gesellschafter-Rechten

WAZ-Manager Bodo Hombach soll künftig in den Gremien sitzen, diese seien aber lediglich Arbeitsgremien, sein Rückzug "ändert jedoch nichts an den Gesellschafter-Rechten, die ich weiter wahrnehme", betonte Schumann. Laut "Presse" wird er auch bei der nächsten, Ende September anstehenden Sitzung des Schiedsgerichts in Wien anwesend sein.

WAZ und Hans Dichand halten je 50 Prozent an der "Kronen Zeitung". Ihr Konflikt um Österreichs meist gelesener Tageszeitung tobt seit seit längerem, das laufende Schiedsgerichtsverfahren soll eine Entscheidung bringen. Die WAZ wirft dabei Hans Dichand vor, seine Pflichten als Hauptgeschäftsführer verletzt zu haben.

Die Idee, dass sich die Gegner Schumann und Dichand aus ihren Funktionen zurückziehen sollen, um dem Konflikt die Schärfe zu nehmen, hatte im Sommer Raiffeisen-Generalanwalt Christian Konrad aufhorchen lassen. Raiffeisen hält die Mehrheit am "Kurier", die übrigen 49,4 Prozent gehören der WAZ. (APA)

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