Entscheidung über Entzug der Förderlizenzen in zwei Wochen

29. September 2004, 12:57
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Minister: Yugansk-Lizenzen könnten einem anderen Unternehmen zugesprochen werden

Irkutsk - Die russische Regierung will in zwei Wochen über den Entzug von Förderlizenzen des angeschlagenen Ölkonzerns Yukos entscheiden.

Die Förderlizenzen der Yukos-Produktionstochter Yugansk, die rund 60 Prozent des Yukos-Rohöls fördert, könnten einem anderen Unternehmen zugesprochen werden, sagte der für Bodenschätze zuständige Minister Juri Trutnew am Mittwoch. Der Ölexport Russlands sei dadurch nicht gefährdet.

Keine Konsequenzen für Ölproduktion

"Keine Entscheidung über einen Lizenzentzug wird der russischen Wirtschaft schaden - ebenso wenig wird sie negative Konsequenzen im Sinne einer geringeren Ölproduktion haben", sagte Trutnew. Yugansk hatte die Bezahlung laufender Steuern eingestellt und schuldet dem russischen Staat umgerechnet rund 121,5 Millionen Dollar.

Das Ministerium hatte Yukos schon im vergangenen Jahr mit einem Entzug der Förderlizenzen gedroht. Damals hatte der russische Präsident Wladimir Putin die Pläne jedoch kritisiert, und die Drohung wurde nicht wahr gemacht.

Forderungen belaufen sich auf sieben Milliarden Dollar

Der russische Staat fordert von Yukos Steuernachzahlungen in Höhe von mindestens sieben Milliarden Dollar. Laut Yukos hat der Staat die Konten des Konzerns eingefroren. Die Regierung hat angedroht, Yugansk zu verkaufen, um so an die überfälligen Steuern zu kommen.

Viele Beobachter werten den Steuerstreit als politisch motiviertes Vorgehen der russischen Regierung, nachdem der frühere Yukos-Chef Michail Chodorkowski politische Ambitionen nicht ausgeschlossen hatte. Gegen Chodorkowski läuft ein Prozess wegen Steuerhinterziehung und Betrugs. (APA/Reuters)

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