Schulen in Beslan wieder geöffnet

16. September 2004, 09:39
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SchülerInnen kommen mit Angst - Strenge Sicherheitsmaßnahmen

Beslan - Zwei Wochen nach dem blutigen Geiseldrama von Beslan haben die Schulen der nordossetischen Kleinstadt wieder geöffnet. Am Mittwoch in der Früh erschien nach Angaben eines AFP-Korrespondenten jedoch nur rund ein Fünftel der insgesamt etwa 900 Schüler verschiedener Schulen. "Viele Eltern lassen ihre Kinder noch nicht wieder in die Schule gehen. Sie haben Angst und warten noch ein bisschen", sagte die Mutter einer achtjährigen Schülerin, Olga Kurgassowa.

Strenge Sicherheitsvorkehrungen

Vor der Schule Nummer sechs bewachte ein mit einer Maschinenpistole bewaffneter Polizist den Eingang. Ähnlich strenge Sicherheitsvorkehrungen gab es an anderen Schulen. Die zehnjährige Ilona Sandijewa sagte: "Ich habe ein bisschen Angst, aber ich vermisse die Schule." Der siebenjährige David Dsagojew kam wie viele andere auch in Begleitung seiner Mutter. "Er hat gesagt, er würde nur zur Schule gehen, wenn ich mitkäme", erklärte Fatima Dsagojew. Viele Schüler kamen mit ernsten Gesichtern zum Unterricht.

Schweigeminute

Die Lehrerin Ljubow Waniewa kündigte an, den Unterricht mit einer Schweigeminute zu beginnen. "Wir können nicht vergessen und gleichzeitig müssen wir unseren Schülern zu verstehen geben, dass das Leben in unserer kleinen Stadt Beslan weitergeht" sagte sie. Von der Wiederöffnung am Mittwoch ausgenommen war die Schule Nummer eins, in der am 3. September bei der Beendigung der Geiselnahme mindestens 339 Menschen ums Leben kamen. (APA/AFP)

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