Sorgerechtsstreit in Osttirol: Vater will Sechsjährige in die Türkei mitnehmen

17. September 2004, 10:27
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Das Kind darf nicht zwangsweise dem Vater übergeben werden - Gegen den Gerichtsbeschluss will der Vater trotzdem einen Weg finden

Innsbruck - Im Sorgerechtsstreit um ein in Osttirol lebendes Kind ist nun der türkische Vater in Lienz eingetroffen. Er möchte die Sechsjährige in die Türkei mitnehmen, sagte er am Mittwoch gegenüber dem ORF-Radio Tirol.

Obwohl der Mann weiß, dass er das Kind nicht in die Türkei nehmen darf, hofft er einen Weg zu finden. Der Mann zeigt sich fest entschlossen, seine Tochter- wenn nicht jetzt, dann irgendwann - mit in die Türkei zu nehmen. Sein Visum wurde allerdings nur bis Donnerstag, ausgestellt. Gemeinsam mit seiner Rechtsanwältin ist er auf der Suche nach einer Lösung. Er habe das Kind schon seit zwei Jahren nicht mehr gesehen, nie mit ihm telefoniert und auch kein Foto bekommen, sagte er. Auch seinen Sohn habe er noch nie in seinem Leben gesehen.

Das Bezirksgericht hatte am Montag einen Beschluss ausgefertigt, dass die Sechsjährige unter keinen Umständen zwangsweise von ihrer Mutter getrennt und dem Vater übergeben werden darf. Die Mutter des Mädchens war vor zwei Jahren vor ihrem damaligen Ehemann aus Istanbul mit der gemeinsamen Tochter geflüchtet. Österreichische Gerichte hatten kürzlich entschieden, dass das Mädchen zum Vater zurückgebracht werden muss.(APA)

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