Syrische Truppen im Libanon entzweien arabische Welt

16. September 2004, 15:03
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Golfstaaten fordern Truppenabzug aus Libanon - Arabische Liga stützt Syrien

Kairo/Jerusalem - Die Präsenz der syrischen Truppen im Libanon entzweit die arabische Welt. Die Außenminister der Arabischen Liga billigten am Dienstag ausdrücklich "den freien Willen des Libanon, brüderliche Beziehungen, Koordination und Kooperation mit Syrien aufzubauen und zu stärken". Der Golfkooperationsrat (GCC) hatte Syrien am Vortag zum Rückzug seiner Truppen aus dem Libanon aufgefordert, was auch von Jordanien unterstützt wurde.

Jordanien wandte sich auch auf der Sitzung der 22 Mitglieder zählenden Arabischen Liga gegen den Antrag Syriens, die UNO-Resolution vom 2. September zurückzuweisen. In diesem Beschluss, dem auch die USA, Frankreich, Großbritannien und Deutschland zugestimmt hatten, wird neben dem Abzug der 20.000 syrischen Truppen auch eine Präsidentschaftswahl im Libanon gefordert.

Der GCC-Vorsitzende, der kuwaitische Außenminister Scheich Mohammed Sabah al-Salem al-Sabah, sagte nach einem Ministertreffen am Montagabend: "Der Rat unterstützt international legitime Resolutionen. Dazu zählt die UNO-Resolution, die zum syrischen Abzug aus dem Libanon aufruft." Dem GCC gehören neben Kuwait noch Saudiarabien, Katar, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate und Oman an.

Sharon gegen Verhandlungen mit Syrien

Der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon sprach sich unterdessen strikt gegen neue Verhandlungen mit Syrien aus. Vergangene Woche hatte der syrische Präsident Bashar al-Assad seine Bereitschaft zu Friedensgesprächen wiederholt. Sharon sagte der Zeitung "Haaretz", unter keinen Umständen sei es möglich, an frühere Verhandlungen anzuknüpfen: "Die Gespräche früherer Ministerpräsidenten waren sehr gefährlich für Israel."

Syrien verlangt die Rückgabe der 1967 von Israel besetzten Golanhöhen. Scharon fordert von Assad, militante Gruppen aus seinem Land zu weisen und gegen die Hisbollah-Kämpfer an der israelisch-libanesischen Grenze vorzugehen. Der israelische Heereschef, Generalleutnant Moshe Yaalon, sagte kürzlich, bei einem Friedensabkommen mit Syrien wäre es nicht gefährlich für Israel, die Golanhöhen zurückzugeben. Sharon erwiderte nun: "Die syrischen Forderungen hinsichtlich der Grenzen und des Wasserproblems können wir nicht erfüllen." (APA/AP)

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