"Nachhaltige Wochen" heimischer Ketten

24. September 2004, 13:48
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Handel gibt sich wochenweise nachhaltig - Aktion in Super-, Drogerie- und Baumärkten

Wien - Vom 15. bis zum 25. September veranstalten heimische Handelsketten "Nachhaltige Wochen" - eine konzertierte Aktion von ansonsten heftigen Konkurrenten wie Rewe (Billa, Merkur, Bipa), Spar, Zielpunkt, Nah & Frisch, M-Preis, Adeg, dm, Hagebau, Lagerhaus, Obi. Dabei sollen "umweltschonende, regional erzeugte und fair gehandelte Produkte" in den Regalen der genannten handelsketten besonders beworben werden. Der Slogan: "Das bringt's. Nachhaltig."

Umweltministerium finanziert

Initiiert und finanziert wird die Aktion vom Umweltministerium. Laut Minister Josef Pröll spendet der Bund 140.000 Euro, die Unternehmen 60.000 Euro für Werbemittel. Sämtliche Beteiligten Ketten beteuerten zum Start, dass es "um die Nachhaltigkeit geht", in zweiter Linie um zusätzliche Umsätze. Pröll und der Obmann des Handels in der Wirtschaftskammer, Erich Lemler, unisono am Dienstag: "Wir müssen den Konsumenten ein Angebot machen."

Auffallend ist, dass vor allem schon bekannte Eigenmarken der Konzerne gepusht werden - beispielsweise die "Ja! Natürlich"-Marke von Rewe oder "Alnatura" der dm-Drogeriemärkte. "Natürlich kann eine Initiative der Bundesregierung nicht zu einer Mehrlistung führen", sagt dazu dm-Geschäftsleiter Manfred Laaber. Hagebau-Chef Hans-Dieter-Kus hingegen berichtet von verstärkten Einkäufen einschlägiger Produkte im Vorfeld.

Attac skeptisch

Die globalisierungskritische Organisation Attac sagt zur Aktion, sie verspreche mehr als sie halte. Die Standards der beworbenen Produkte seien längst festgeschrieben. Die Initiative "appelliert an das soziale Gewissen der KonsumentInnen, statt sich für globale Gerechtigkeit im Handel einzusetzen." (szem, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15.9.2004)

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