78 Prozent erwarten weitere Pensionsreform

22. September 2004, 17:14
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Grüner Sozialsprecher Öllinger fordert Grundpension in Höhe der Ausgleichszulage

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Wien - 78 Prozent der Österreicher rechnen in den kommenden Jahren mit weiteren Pensionsreformen. Das ergibt eine OGM-Umfrage im Auftrag des ORF-"Report". Nur zwölf Prozent halten demnach die Pensionen nach Umsetzung der Harmonisierung für langfristig gesichert.

Die Armutskonferenz fordert die Einführung einer Grundpension, damit "niemand mehr im Alter von Sozialhilfe leben muss". Laut aktuellem Sozialbericht leben bereits 57.000 Menschen von einem Erwerbseinkommen, das nicht existenzsichernd ist.

Eine Grundpension soll Teil eines "Mindestsicherungs-ABC" sein, das die materielle Mindestsicherung, soziale Dienstleistungen und aktive Arbeitsmarktpolitik umfassen müsste, sagt Martin Schenk, Sozialexperte der Armutskonferenz. Auf dieser Linie liegen auch die Grünen, die für eine Grundsicherung eintreten.

Sockelpension

Das Modell sieht, so Sozialsprecher Karl Öllinger im STANDARD-Gespräch, eine "Sockelpension" in Höhe der Ausgleichszulage (derzeit 653,19 Euro für Alleinstehende, 1015 Euro für Paare) vor: "Die Bundesmittel zu den Pensionen sollen exklusive Ersatzzeiten in Form einer Direktleistung an die Versicherten gehen." Dazu käme dann noch die selbst erarbeitete "Versicherungspension".

SP-Frauenvorsitzende Barbara Prammer fordert die Regierung zu Korrekturen bei den Frauenpensionen auf. 71 Prozent der Frauen zwischen 18 und 40 Jahren rechnen laut einer Umfrage mit einer Verschlechterung ihrer Situation: "Ein Alarmzeichen." VP-Frauensprecherin Elisabeth Scheucher entgegnete, Prammer wolle die Fakten nicht zur Kenntnis nehmen: Die Harmonisierung bringe Frauen eine deutliche Verbesserung. (kob, nim/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15.9.2004)

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