Klonverbot wieder Thema der Vereinten Nationen

20. September 2004, 12:45
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68 Akademien fordern liberale Entscheidung

New York - Seit Dienstag befassen sich die Vereinten Nationen wieder mit dem menschlichen Klonen. Die Entscheidung über ein Verbot soll am 20. oder 21. Oktober fallen.

Die UNO stand bereits vor einem knappen Jahr vor der Frage: Sollen alle Formen des Klonens geächtet werden, oder soll das Herstellen geklonter Embryonen zu Forschungs- und Therapiezwecken möglich sein? Dann wäre allein das reproduktive Klonen zu Fortpflanzungszwecken untersagt. Mit 80 gegen 79 Stimmen wurde die Entscheidung vertagt.

Nun forderten 68 Wissenschaftsakademien die UNO auf, therapeutisches Klonen nicht zu verbieten, da dies wichtige Forschung behindern würde. Die 68 Organisationen gehören einem in Triest ansässigen Verband von 90 nationalen Akademien an. Zu den befürwortenden Akademien gehören jene der USA, Frankreichs, Großbritanniens, Russlands und Japans.

Die zu beschließende Klon-Charta der UNO ist freilich nur für jene Staaten verbindlich, die sie auch unterzeichnen. Großbritannien, das erst kürzlich das Klonen von Embryonen für die Stammzellforschung erlaubt hat und dadurch die entsprechende wissenschaftliche und wirtschaftliche Vormachtstellung der USA - die Regierung Bush will ein Totalverbot - brechen will, kündigte bereits an, bei einem Totalverbot nicht zu unterzeichnen. Österreich (siehe nebenstehender Artikel) tritt für ein Totalverbot ein. (fei/DER STANDARD, Printausgabe, 15.9.2004)

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