Manager mit Englischmängeln

22. September 2004, 12:50
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Nur ein knappes Fünftel österreichischer Personalmanager stuft die Englischkenntnisse von Uni-Absolventen als "verhandlungsfähig" ein

Wien - Die Englischkenntnisse österreichischer Uni-Absolventen werden von den Personalchefs größerer heimischer Unternehmen zu 35 Prozent als "alltagserprobt" eingestuft. 29 Prozent stuften die Kenntnisse "auf Maturaniveau" ein, elf Prozent sogar noch schwächer. Nur 19 Prozent sind der Ansicht, dass die Englischkenntnisse junger Uni-Absolventen "verhandlungsfähig" sind. Das ergab eine OGM-Umfrage unter hundert Personalchefs, die am Dienstag zur Eröffnung des neuen Wiener British Council Centre in diesem präsentiert wurde.

"Der Löwenanteil - 83 Prozent - der Befragten beurteilt die Jungmanager als ,kulturell fit' für Großbritannien, 73 Prozent für die USA", berichtete OGM-Studienautor Peter Hajek. Für Frankreich gilt das lediglich für weniger als die Hälfte der Absolventen, für Osteuropa und Asien gar nur für ein Viertel. Das korreliert mit der überragenden Bedeutung (9,5 von zehn möglichen Punkten), die Englisch im Berufsleben zugesprochen wird (Französisch 6,5, Spanisch 5,7, Ungarisch und Tschechisch 4,7 Punkte).

Doch obwohl selbst beim Englischen nur eine knappe Mehrheit über das Maturaniveau hinauskommt, fand Hajek heraus, dass die Weiterbildung von Sprachkenntnissen noch unterentwickelt ist.

Council-Projekte

Die Heranbildung entsprechender Lehrer ("Teaching English for Specific Purposes", u.a. mit der Uni Wien) ist eine der Aufgaben, die sich das British Council gestellt hat. (Ein weiterer Bereich ist, neben Kulturprojekten, die Ermöglichung wissenschaftlicher Kooperationen.)

Derzeit verfüge der Council über 217 Zentren in 110 Ländern, davon sechs allein in China, sagte Sir David Green, der Generaldirektor. Bereits 30.000 Chinesen studieren an britischen Universitäten.

Aus Österreich gibt es derzeit 1375 Austauschstudenten in Großbritannien. Interessenten steht ab sofort das neue, topmoderne Zentrum des British Council in der Wiener Siebensterngasse zur Verfügung. Gestaltet wurde die virtuelle "learning zone" (Council-Direktor Simon Cole) vom Architektenteam Berger-Parkkinen, Gesamtgestalter der spektakulären Nordischen Botschaften in Berlin und Teilnehmer an der diesjährigen Architekturbiennale in Venedig. Das von ihnen geplante britische Zentrum in Wien soll auch die regionale Zentrale für Südosteuropa werden. (est/DER STANDARD, Printausgabe, 15.9.2004)

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British Council

Mehr über das Südosteuropa-Projekt lesen Sie am Samstag im Karrieren-STANDARD.

  • British-Council-Gentlemen: Wiener Zentrumschef Simon Cole, Generaldirektor Sir David Green, Herr über 217 Zentren weltweit, und John Macgregor, britischer Botschafter (v. li.).
    foto: der standard

    British-Council-Gentlemen: Wiener Zentrumschef Simon Cole, Generaldirektor Sir David Green, Herr über 217 Zentren weltweit, und John Macgregor, britischer Botschafter (v. li.).

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