Erneut Spannungen zwischen Spanien und USA wegen Irak

16. September 2004, 08:16
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Zapatero forderte bei Tunesien-Besuch Truppenabzug

Madrid - Wegen der Irak-Politik ist es erneut zu Spannungen zwischen Spanien und den USA gekommen. Wie am Dienstag in Madrid verlautete, erregten Äußerungen von Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero über die Präsenz ausländischer Truppen im Irak den Unmut Washingtons. Zapatero hatte während eines Besuchs in Tunesien am vergangenen Donnerstag indirekt zu einem Abzug der ausländischen Truppen aufgerufen.

Nach Angaben des spanischen Außenministers Miguel Angel Moratinos forderte die US-Regierung eine Abschrift der Bemerkungen an und bat um Klarstellung. Ein Sprecher der US-Botschaft nannte die Äußerungen Zapateros befremdlich. Wie die Zeitung "El Pais" berichtete, verwies Zapatero auf den Abzug der spanischen Truppen aus dem Irak und sagte: "Bei allem Respekt für die Haltung anderer Staaten, wenn es mehr Entscheidungen von der Art gäbe, wie sie das spanische Volk getroffen hat, dann sähe es besser aus."

Zapatero hatte nach dem überraschenden Wahlsieg seiner Sozialisten nach den Madrider Bombenanschlägen im März die spanischen Truppen aus dem Irak abgezogen. Er erfüllte damit ein Wahlversprechen. (APA/AP)

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