Gefürchteter Taliban-Religionsminister freigelassen

17. September 2004, 13:16
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Auf Anordnung von Präsident Karzai - Kalamuddin war für brutale Religionspolizei zuständig

Kabul - Der afghanische Präsident Hamid Karzai hat die Freilassung des gefürchteten früheren Taliban-Religionsministers Maulawi Kalamuddin angeordnet. Kalamuddin, der auch für die brutale Religionspolizei zuständig war, sei am Dienstag aus einem Kabuler Gefängnis entlassen worden, sagte ein Sprecher des afghanischen Verfassungsgerichts. Karzai hatte vor wenigen Tagen die Freilassung von 700 früheren Taliban-Kämpfern verfügt. Am 9. Oktober findet die erste freie Präsidentenwahl in Afghanistan statt.

Das Religionsministerium, das offiziell Ministerium zur Erhaltung der Tugend und Unterdrückung des Lasters hieß, hatte Mädchen den Schulbesuch und Frauen die Arbeit außerhalb ihres Hauses verboten. Sie mussten zudem eine Ganzkörperbekleidung, die Burka, tragen. So genannte Religionspolizisten nahmen Männer fest, die sich die Bärte schnitten, westliche Frisuren trugen oder nicht zum Gebet in der Moschee erschienen. Sie zerstörten Fernseher und Musikinstrumente. Die radikalislamischen Taliban waren Ende 2001 gestürzt worden. Kalamuddin war vergangenes Jahr festgenommen worden. (APA/dpa)

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