Skinheads saßen in Hakenkreuz-T-Shirts im Lokal: Prozess

14. September 2004, 20:20
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Bedingte Haftstrafen für nationalsozialistische Wiederbetätigung und "postpubertäres Gehabe" - Urteile rechtskräftig

Wien - Als die Polizei am 30. November 2003 ein in rechtsextremen Kreisen beliebtes Lokal in Wien-Favoriten kontrollierte, stieß man auf zwei Skinheads, die aus ihrer Gesinnung kein Geheimnis machten: Die beiden trugen T-Shirts mit einem Hakenkreuz und dem deutschen Reichsadler. Am Dienstag wurden sie dafür im Wiener Landesgericht zur Verantwortung gezogen. Ein Schwurgericht verhängte über die beiden wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung bedingte Haftstrafen von zwölf bzw. 18 Monaten. Die Urteile sind rechtskräftig.

"Postpubertäres Gehabe"

Die Verteidigung sprach von "postpubertärem Gehabe, in der Runde waren ja auch Damen anwesend". Die Angeklagten - 24 und 25 Jahre alt - seien viel zu jung und "weit entfernt", um ernsthaft nationalsozialistischem Gedankengut anzuhängen.

Fest steht, dass einer von ihnen das Eintreffen der Polizei mit dem so genannten Deutschen Gruß kommentierte. Außerdem verlangte er, die Exekutive möge "etwas gegen die Ausländer unternehmen". Diese würden nur nach Österreich kommen, "um hier kriminell zu sein".

"Pikant ist, dass er selbst wegen Vermögensdelikten zwei Mal vorbestraft ist", verriet Staatsanwalt Karl Schober.

Alkohol

"Wir waren betrunken", zeigten sich die Angeklagten geständig. An die 20 Bier hätten sie intus gehabt. Der Jüngere erwähnte noch, dass er den so genannten Hitlergruß normalerweise "nur daheim vor dem Spiegel" ausprobiert habe. "Und was haben Sie davon?", wollte der Staatsanwalt wissen. Antwort erhielt er keine. (APA)

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