Süss MicroTec schließt Tech-Partnerschaft mit IBM

21. September 2004, 10:16
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Kooperation beschert Halbleiterausrüster Kurssprung

Halbleiterausrüster Süss MicroTec hat eine Technologie-Partnerschaft mit IBM geschlossen und kann damit sein Produktportfolio erheblich erweitern. "Daraus ergibt sich für Süss ein enormes Umsatzpotenzial", sagte Unternehmenschef Franz Richter am Montagabend. "Wir verdreifachen das Umsatzpotenzial dessen, was wir im Bereich des Packaging machen." Dies sei aktuell ein Erlösvolumen von 20 bis 30 Mio. Euro. Auch wenn die Vereinbarung mit IBM nicht exklusiv sei, könne die im TecDax gelistete Gesellschaft momentan als einzige die Technologie anbieten. Die Auslieferung der ersten Maschinen werde in der zweiten Jahreshälfte 2005 starten.

Equipment für die Halbleiterbranche

Süss fertigt Equipment für die Halbleiterbranche, das nach der Herstellung der Chips im so genannten Backend zum Einsatz kommt. Hier geht es unter anderem darum, den Mikrochip in ein Gehäuse einzusetzen und über Kontakte mit diesem zu verbinden. Dieses so genannte Packaging ist in mehrere Schritte aufgeteilt. Hier kann Süss nach Worten Richters künftig für ein breiteres Spektrum als bisher Fertigungsgeräte anbieten.

Grundlage

Das Unternehmen wird den Angaben zufolge auf der Grundlage der nächsten Generation der IBM-C4-Technologie - genannt C4NP - Equipment entwickeln. IBM wird das Verfahren weiterentwickeln und Süss-Kunden an deren Standort Training anbieten. Süss hat zudem die Möglichkeit, Lizenzgebühren für jede mit der C4NP-Technologie produzierte Siliziumscheibe (Wafer) einzufordern. Richter ließ allerdings offen, wie hoch die Einnahmen ausfallen werden: "Das ist einfach eine Marktfrage."

gute Chance

Die Chancen auf ein hohes Interesse am Markt seien jedoch gut, denn die C4NP-Technologie sei das einzig zuverlässig arbeitende Verfahren, das ohne den Einsatz von Blei auskomme, sagte Richter. Dies wiederum werde sowohl in Japan als auch Europa verstärkt vom Gesetzgeber gefordert. "Das ist eine neue Technologie, die die Kosten für den Nutzer deutlich senkt und zuverlässiges bleifreies Arbeiten möglich macht", sagte Richter.

Die Prognose für das laufende Geschäftsjahr, wonach das Unternehmen aus Garching bei München operativ schwarze Zahlen bei einem Umsatz von 115 bis 120 Mio. Euro erreichen will, bekräftigte Richter. "Die Ziele gelten." Auf Süss würden durch die Partnerschaft mit IBM 2004 keine außerordentlich hohen Forschungs- und Entwicklungskosten zukommen. Zudem habe IBM die Finanzierung der Entwicklungsarbeiten zugesagt.

Outsourcing

Mit Blick auf die Ende August angekündigten Spar- und Restrukturierungsmaßnahmen sagte Richter, es gehe dabei etwa um Themen wie Outsourcing. Noch gebe es aber keine konkreten Pläne. Ziel sei es, die Kostenbasis nachhaltig zu senken und Süss so auch im Abschwung zumindest nahe an der Gewinnzone zu halten.

Der Abschluss einer Kooperation mit IBM hat am Dienstag dem Aktienkurs des Halbleiterausrüsters Auftrieb gegeben. In einem leichteren Marktumfeld verteuerten sich die Titel in der Spitze um 12,8 Prozent auf 7,14 Euro. (APA)

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