Idente Zellfunktion bei Mensch und Tier

20. September 2004, 12:45
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Eine für die Organentwicklung mit verantwortliche Molekülgruppe bewirkt in verschiedenen Geweben, dass die Zellen sich erkennen

Freiburg - Forscher der Universität Freiburg haben Hinweise auf ähnliche grundlegende Mechanismen der Organentwicklung bei Fliege und Mensch gefunden. Eine neu entdeckte IRM-Molekülgruppe, das "irre cell recognition module" (IRM), bewirke in verschiedenen Geweben, dass sich Zellen erkennen könnten. Eine Arbeitsgruppe am Institut für Biologie unter der Leitung von Karl-Friedrich Fischbach habe dies bei Untersuchungen an der Drosophila-Fliege entdeckt. Es handele sich dabei um Moleküle der Zellmembran, die für die Ausbildung komplexer Strukturen notwendig seien. Zu den vermittelten Prozessen gehören die Ausbildung synaptischer Zellkontakte im Gehirn, die Muskelentwicklung und die Entwicklung des Auges.

Inzwischen wurden die Moleküle auch in dem Wurm C. elegans in der Maus und im Menschen nachgewiesen. Ein bemerkenswerter Zufall sei, dass unabhängig voneinander neben der Arbeitsgruppe der Biologen auch andere Arbeitsgruppen unter der Leitung Gerd Walz und Thomas Benzing in der Abteilung Innere Medizin, Nephrologie, am Freiburger Universitätsklinikum auf diese Molekülklasse gestoßen seien. Sie fanden heraus, dass das Fehlen der Molekülgruppe eine schwere Nierenerkrankung zur Folge hat. Daraufhin fanden auch die Biologen die neue Molekülklasse in den "Nieren" der Fliege.

Auch die untersuchte Funktion bei der Muskelbildung der Fliegen scheint ihre Entsprechung beim Säuger zu haben. Bei diesem wurden die Moleküle im Herzmuskel gefunden. Darüber hinaus konnten die Mediziner die Moleküle auch im Gehirn von Mäusen nachweisen, weshalb sich nun auch die Frage nach der Funktion dieses Zellerkennungsmoduls im menschlichen Gehirn stelle. (APA)

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